Alfons Schuhbeck stellt sein neues Lehrbuch zum Einwecken vor

In seinen Läden am Platzl herrscht gerade Flaute, aber Alfons Schuhbeck ist nicht tatenlos geblieben: Er hat ein neues Kochbuch veröffentlicht, in dem es um Speisen geht, die man lagern kann.

Momentan, sagt Alfons Schuhbeck nach der Pressevorstellung per Videokonferenz, fühlt er sich am Platzl "ein bisserl wie in einer Geisterstadt". Ab und zu huscht jemand mit einer Maske vorbei, sonst aber: gähnende Leere. Essen zum Abholen anzubieten, das lohnt sich nicht – es wohnt ja kaum noch jemand in der Altstadt. Grad den Gewürzladen und die Eisdiele hat er noch geöffnet, jetzt wartet er halt auf nächste Woche, wenn zumindest draußen wieder Gastronomie erlaubt ist.

Da passt es eigentlich gut in die Landschaft, dass er gerade jetzt ein Buch herausbringt, das "Hausgemacht & Eingekocht" heißt – denn wann, wenn nicht jetzt, sind Speisen gefragt, die man lagern kann? Es ist natürlich nicht so, dass Schuhbeck die ganze Malaise vorausgeahnt hätte. Sondern eher so, dass Einwecken und Fermentieren schon seit einiger Zeit zum Trend geworden sind. Was früher die Oma (und auch Schuhbecks Mutter, wie er sagt) gemacht hat, um alle Lebensmittel bestmöglich zu verwerten, das machen heute die jungen Hipster und die Food-Influencer bei Youtube und auf Instagram, weil es schick ist. Und da Schuhbeck nicht nur ein erstklassiger Profi am Herd, sondern auch ein ausgekochter Geschäftsmann ist, liefert er nun eben das Buch zum Trend.

Beim ersten Durchschauen erweist sich "Hausgemacht & Eingekocht" (ZS Verlag, 160 Seiten, 22,90 Euro) als sehr brauchbarer Wegweiser ins traditionelle Handwerk des Einweckens und Haltbarmachens von Lebensmitteln. "Das Denken in Jahreszeiten ist uns ja etwas verloren gegangen", sagt Schuhbeck, "dadurch, dass man fast alles überall frisch kriegt." Inzwischen entwickele sich bei manchen jedoch wieder ein Bewusstsein für den Wert von Lebensmitteln und dafür, dass man möglichst wenig wegwerfe. Und dann könne man Eingemachtes ja auch gut als Geschenk verwenden: "Wenn man so etwas mitbringt, ist das doch witziger als ein Strauß Blumen."

Floristen werden das wohl anders sehen, aber abwechslungsreicher sind Schuhbecks Rezepte auf alle Fälle. Vom Pesto übers Chutney ("Das ist heute der modische Begriff für alles Eingeweckte") bis hin zu Sugo, Sauerkraut und Ragout ist die ganze Bandbreite zwischen sauer und süß vertreten. Und natürlich – da lässt er sich nicht lumpen – ist auch Ingwer gut vertreten, schon wegen seiner Vielfalt: "Der Ingwer stellt sich nicht hin und singt. Der ist eher wie ein Orchester – er kann's einfach mit jedem!"