An dem ohnehin sehr schönen Interieur haben Moritz Meyn und Wolfgang Hingerl nur wenig geändert. (Foto: Stephan Rumpf)

Alles dreht sich nun um den Wein

Aus dem Kopper ist in den vergangenen Wochen die Bar Mural geworden – es gibt nun ausgewählte Weine statt ambitionierter Drinks und eine kleine feine Speisekarte.

Für Moritz Meyn und Wolfgang Hingerl ist es ein tatsächlich gutes Jahr gewesen, auf das sie jetzt zurückblicken können. Ihr Restaurant Mural im Streetart-Museum MUCA ist im Gault Millau erwähnt worden, gleich mit 15 Punkten sind sie eingestiegen. Ein schöner Erfolg, in der obersten Riege der Stadt mitspielen zu können mit der jungen und kreativen Küche, die sie servieren.

Nun betreiben Meyn und Hingerl nicht nur das Mural gemeinsam, sondern auch eine Bar in der Maxvorstadt . Die hörte unlängst auf den Namen Kopper und konzentrierte sich auf ambitionierte Cocktails, so wie das Mural ambitionierte Speisen serviert. Ganz glücklich waren die beiden aber nicht damit, "das Thema Drinks hat nie ganz unseren Fertigkeiten entsprochen", sagt Meyn. "Wir wollten mehr von der Seele, die das Mural hat, auch in der Bar zeigen."

Aus dem Kopper ist also in den letzten Wochen die Bar Mural geworden. An dem ohnehin sehr schönen Interieur haben die Macher dafür wenig geändert. Der ehemals namensgebende Kupfertresen und die dazugehörige Graffiti-Art an der Wand durften bleiben. Neu ist zum Beispiel der Weinkühlschrank am Eingang, der zugleich das neue Herz der Bar symbolisiert: Wein. Wolfgang "Wolfe" Hingerl, der sich als Chef-Sommelier schon um die Weine im Mural kümmert, lebt hier seine Leidenschaft für biodynamische Weine und Naturweine aus, für kleine Winzer mit interessanten Produkten. 40, 50 offene Weine stehen zu in München fairen Preisen auf der Karte (0,1 ab vier Euro), Top-Winzer wie Clemens Busch oder junge Wilde wie Judith Beck mit ihren biodynamischen Erzeugnissen, die Namen wie "Bäähm" tragen. Eine moderne und junge Weinwelt, viel Regionales, viel Österreich, an die sich das an vielen Abenden ebenfalls junge Publikum herantasten kann.

Um die Seele des Murals abzubilden, müssen die Speisen natürlich dazu passen. Für die ist Marvin Boerger zuständig, keine 30 Jahre alt und schon Küchenmeister und "Food&Beverage"-Manager. Im Königshof, im Werneckhof und im Roomers war er tätig, bevor er zum Mural-Team stieß.

In der Bar zaubert er jetzt kleine Gerichte wie Saibling mit Ponzu-Soja-Sauce, Mandarinen und Raddicchio (15 Euro), Topinambur mit Sherry, Röstzwiebeln und Spinat (acht Euro) oder sous-vide-gegarten und gegrillten Bauch vom Poltinger Lamm mit Kartoffelgratin und Rosenkohl (18 Euro), deren Zutaten vornehmlich von regionalen Höfen und Lieferanten stammen und die sich zu kleinen Menüs kombinieren lassen. Bis Mitternacht gibt es außerdem Aufschnitt- und Käseteller.

Natürlich, und hier schließt sich der Kreis, wird zu jedem Gericht oder Gang gerne ein passender Wein empfohlen. Vom langen Abend mit mehrgängigen Menüs bis zu einem schnellen Glas Wein in unkomplizierter Atmosphäre ist alles drin. Und wenn ein Gast nett fragt, wird ihm auch in der Bar Mural bestimmt noch ein Drink serviert.

Adresse: Theresienstraße 1, 80333 München, Telefon: 089/27373380, Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag 18 bis 1 Uhr, contact@mural.bar