Am Morgen ein Café, am Abend schon wieder verschwunden

Das Bananaleaf folgt einer charmanten Idee: Warum nicht die Räume von Restaurants nutzen, wenn die am Vormittag geschlossen sind? Wo Sie das Pop-up-Café gerade antreffen und was es zu bieten hat.

Viele Restaurants öffnen erst am Abend, und so ist die Idee des Bananaleaf in einer vollen und teuren Stadt wie München eine sehr charmante: Als Pop-up-Frühstückscafé die Zeit nutzen, in der ein Lokal leer steht. Ein paar Wochen oder Monate Gastspiel, dann weiter zum nächsten Laden, der dem Konzept Unterschlupf gewährt.

Von Bali sei das Konzept inspiriert, “asian-ish breakfast” heißt es in der Selbstbeschreibung. Natürlich gibt es hier keinesfalls Reis mit Soßen, Suppen oder frittierte Bananen, wie man jetzt vermuten könnte. “Wie auf Bali” steht symbolisch für “Look, Feel und Taste” der globalisierten Hipstergemeinde, deren Mitglieder als digitale Nomaden gerne hübsche Strandorte für sich beanspruchen und einer Art zweiten Kolonisation unterwerfen, woraufhin es dort dann haufenweise Acai-Bowls, Avocadobrote und Yogakurse gibt.

Das Nudo ist normalerweise eine Pastabar. Es lässt sich aber leicht vorstellen, die Fenstertüren öffneten sich nicht zur Amalienstraße, sondern zu einem weißen Sandstrand hin. Mit seiner liebevoll zusammengesammelten, stilvollen Retroausstattung, den petrol- und minzfarbenen Tönen und den Lampen aus Beton liegt es trotz seiner beinahe schon Alteingesessenheit von sechs Jahren voll im Zeitgeist. Es ginge auch als hippes Strandcafé auf Goa, Koh Rong oder eben Bali durch. Der perfekte Rahmen für seinen derzeitigen Pop-up-Gast, das Bananaleaf, das zumindest den Sommer 2018 dort verbringen wird.

Was gibt es da und was kostet das?

Das Bananaleaf arbeitet ohne Tierprodukte und bietet veganes Frühstück an, bis hin zum Kaffee. Ein Cappuccino (3,20 Euro), der mit Lupinen- oder Hafermilch gemacht ist, schmeckt natürlich anders und sieht anders aus als ein mit Kuhmilch geschäumter, was man wissen sollte.

Zu trinken gibt es wechselnde, frische Säfte (4,50 Euro) und Smoothies (5,50 Euro), in denen sich zum Beispiel Mangos, Aprikosen, Trauben, Rote Beete, Äpfel und Bananen finden. Oder auch den Ginger-Aloe-Vera-Agave-Sirup-Shot für 2,50 Euro. Wer es gerne schon beim Frühstück krachen lässt, bestellt den Mango-Maracuja-Spritz (5,50 Euro); vegan muss ja schließlich nicht spaßbefreit heißen.

Das Essen nun ist der feuchte Traum eines jeden Instagrammers. Angerichtet ist es auf schönen Brettern, Löffeln aus Kokosnuss, hübsch glasierten Schalen. Die zart grünen Edamame auf dem lilafarbenen Rote-Beete-Hummus, das macht farblich was her und schmeckt zudem richtig gut. Die Bowls kommen in lila (Chia-Acai, 8,90 Euro) oder grün (Spirulina, Kokosnusswasser, Banane, Vanille, Datteln, 8,90 Euro), sind garniert mit ein bisschen Frucht und Granola (so wenig Granola, dass ein Instagrammer durch den Konsum nicht um seine Figur fürchten muss, für hungrige Normalfrühstücker dürfte es gern ein Löffel mehr sein).

Die glutenfreien Brote mit wahlweise dem Rote-Beete-Hummus oder einem Avocado-Topping gibt es mit etwas Salat für 8,50 Euro, oder kombiniert mit einer kleinen Bowl, einem Smoothie oder Saft und einem Raw Bite (süßer, veganer Rohkost-Riegel) des Tages für 13 Euro.

Wer geht da hin?

Leute, die das vegane Angebot schätzen, Großstadthipster, für die englische Speisekarten eine Selbstverständlichkeit sind, Münchner, die ihrem letzten Bali-Aufenthalt nachtrauern, frisch ausgebildete Yogalehrerinnen und Mittzwanziger auf der Suche nach Content für ihren Instagram-Account.

Wie viel Zeit bringt man mit?

Es kann auch mal etwas länger dauern, bis die hübsch zubereiteten Brote und Bowls auf dem Tisch stehen; die meisten aber sind zum gemütlichen Ratschen mit einer Freundin hier und stören sich nicht daran.