Das Café Colombo liegt in der Angerstraße 25, die U-Bahn-Station Schwanthalerhöhe ist in Laufnähe. (Foto: Florian Peljak)

Für den kleinen Hunger

Stephan Braun war von seinem Bürojob als Grafiker gelangweilt. Dann hat er ein Café an der Schwanthaler Höhe eröffnet. Ein Ort, an dem man morgens, mittags und abends etwas für “den kleinen Hunger” bekommt.

Drei Jahre Vollzeit in einer Agentur bedeuten als Grafiker viel Zeit vor dem Computer, und viele Kunden, die man im echten Leben niemals sieht. Stephan Braun wünschte sich irgendwann etwas Greifbares. Das hat der 30-Jährige seit kurzem: ein etwa 45 Quadratmeter großes Eckcafé an der Schwanthaler Höhe.

Sein Traum vom eigenen Lokal verwirklichte sich für ihn aber nicht von heute auf morgen. Nachdem er in der Agentur aufgehört hatte, arbeitete Braun zwei Jahre in der Pâtisserie Dukatz in der Ludwigsvorstadt. Auf dem Weg dorthin kam er regelmäßig an einer Bäckerei vorbei. Irgendwann stand dieser Eckladen leer. Einen Aushang suchte Braun vergeblich, weshalb er die Bäckerei auf Facebook anschrieb.

Das Ecklokal sieht nun ganz anders aus: Die Landkarten an den Wänden des Café Colombos erinnern ein wenig an das Baader Café. Geblieben sind von der Bäckerei die weißen Metallfüße der Tische: Braun und seine Freunde haben Holzplatten auf sie geschraubt. Die Renovierung, die nur wenige Wochen dauerte, wäre ohne die Freunde nicht so schnell gegangen. Zu der Zeit arbeitete Braun teils noch in der Pâtisserie Dukatz; die beliefert das Café Colombo jetzt übrigens mit Feingebäck. Ein Kaffee-und-Kuchen-Laden soll das Café Colombo trotzdem nicht werden. Das Lokal ist als Ort gedacht, an dem man morgens, mittags und abends etwas für “den kleinen Hunger” bekommt, sagt Braun.

Was gibt es da und was kostet das?

Es gibt Feingebäck wie Zitronenkuchen oder Éclairs und Petit Fours (jeweils 1,90 Euro), und Herzhaftes wie Tramezzino (3,00 Euro), Focaccia (3,80 Euro) oder belegte Baguettes (3,40 Euro). Das Brot dafür kommt aus der lokalen Bäckerei Gattinger in Sendling.

In seinen Regalen bietet Braun auch Feinkost zum Mitnehmen an: Senf mit Estragon etwa oder südamerikanisches Pale Ale. “Ich verkaufe eigentlich das, was ich gerne selbst esse”, sagt Braun. Dieses Essen kommt vor allem aus der spanischen, italienischen und französischen Küche. Diese Länder hat er schon oft bereist, die mit Landkarten tapezierten Wänden zeugen von seiner Reiseleidenschaft.

Kantinen-Standard Leberkäs-Semmel gibt es bei Braun nicht. Für den Mittag bietet er Sandwiches und Salate an. Braun will seine Kunden mit leichtem Lunch versorgen – nicht in ein Fresskoma schicken.

Wer geht da hin?

Das Café Colombo hat innen etwa 15 Plätze, draußen sind es etwa ein Dutzend. Es liegt direkt an der Ganghoferstraße, an einer Stelle, an der sich Bürokomplex an Bürokomplex reiht. Daher kommen vor allem Büromenschen mittags hierher. Bei den bisherigen Besuchen – das Café Colombo ist seit einem Monat geöffnet – mischten sich aber auch Frauen mit kleinen Kindern und Kaffee-trinkende ältere Herren unter die Kundschaft (Espresso: 1,60 Euro, Cappucino: 2,60 Euro).