Auf ein Bier bei Mutti

Die Bierstube im Olympiadorf ist bei Studenten beliebt: Das Bier ist günstig und die Kneipe ist für viele ein Ersatz fürs elterliche Heim.

Schon mit dem Namen macht die Bierstube im Olympiadorf klar, um was es hier geht: Erst einmal dreht sich hier alles ums Bier. Studenten – das braucht man nicht zu leugnen – trinken eben gerne einmal ein Bier oder auch mal zwei, wenn sie aus der Vorlesung kommen, wenn sie Fußball schauen oder wenn sie mit Freunden scherzen. Und dafür gehen sie in die Bierstube. Für die Studenten, die im “Oly-Dorf” wohnen, ist es nur ein Katzensprung – und das Bier ist in der Kneipe weit günstiger als in normalen Münchner Bars.

An der Wand hängt ein Schild, auf dem ein Mann seinem Gegenüber mit einem überschäumenden Bier zuprostet. Darunter steht: “Bier hilft hässlichen Menschen, Sex zu haben.”

Das ist ein Hinweis auf das Zweite, um das es in der Bierstube geht: das Kennenlernen. Eine Gruppe Mädchen unterhält sich, daneben ein paar Jungs, die Schafkopf spielen. Doch schon bald legen sie die Karten beiseite und setzen sich zu den Mädchen. Denn in der Bierstube kennt immer einer jemanden vom Nachbartisch und so kommt man schnell ins Gespräch. Leider gibt es keine Statistik darüber, wieviele Paare sich in der Bierstube kennengelernt haben und nun verheiratet sind oder Kinder bekommen haben. Es müssen viele sein!

Die Bierstube im Olympiadorf ist für viele Studenten in München so etwas wie ein zweites Zuhause, ein Ersatz fürs Elternhaus, wenn dies nicht in der Nähe liegt. Jeden Abend kann man dort hingehen, trifft bekannte Gesichter und bekommt ein selbstgekochtes Abendessen: Schnitzel, Spaghetti Bolognese oder Cordon Bleu – es schmeckt wie daheim.

Der einzige Unterschied: Statt Mutti kochen Claudia, Oliver, Noo oder ein anderer Student aus dem Dorf. Und man bekommt das Gericht nicht umsonst hingestellt, sondern zahlt meist 3,90 Euro. Die günstigen Preise überzeugen auch andere Münchner: Aus allen Stadtteilen reisen sie an, um einen Abend in der Bierstube zu verbringen, egal ob noch Student oder schon im Berufsleben.

Insbesondere wenn Fußballspiele übertragen werden, geht es in der Bierstube eng zu. Dort weilen dann die vielleicht größten Fußballexperten. Denn die Sportstudenten der TU schauen hier nach dem Training in der nahegelegen Anlage des Zentralen Hochschulsports gerne mal vorbei.



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