Ruff`s Burger hat sich in der Stadt einen hervorragenden Ruf erarbeitet. (Foto: Florian Peljak)

Burger mit einem Hauch von Großstadtromantik

Wo einst eine dunkle Spielhölle zu finden war, lockt mittlerweile der siebte Laden von “Ruff’s Burger”. Angefangen hat deren Erfolgsgeschichte mit einem Imbisskarren nach New Yorker Vorbild.

Was vom Vorgänger blieb, ist das Panoramafenster. Von außen weckt es bei manch einem Passanten den Futterneid. Wenn man die Gäste da im Warmen sitzen sieht, wie sie genussvoll in ihre Burger beißen. Von innen wiederum gewährt das Fenster einen wunderbaren Blick auf das Verkehrsgewusel am Sendlinger-Tor-Platz. Das entbehrt gerade am Abend nicht einer gewissen Großstadtromantik, wie sie in München oft schwer zu finden ist.

So oder so, das Fenster ist ein Gewinn für die Betreiber von Ruff’s Burger an der Ecke zu Beginn der Müllerstraße. Zu verdanken haben sie es Sven Künast, der hier Ende 2016 aus einem dunklen Spielsalon ein freundliches Bistro machte – und dafür extra ein neues Fenster in die Hauswand schlagen ließ. Der Betreiber vom berühmt-berüchtigten Club Pimpernel gleich nebenan wollte sich mit seiner “Corner Deli Bar” auch in der Tagesgastronomie versuchen. Nach einem knappen Jahr war jedoch schon wieder Schluss, und die Jungs von Ruff’s Burger übernahmen das Lokal Anfang 2018.

Mit ihren Fleischbrötchen haben sie sich in einer Stadt und einer Zeit, in der es nicht gerade an Burgerbuden mangelt, einen hervorragenden Ruf erarbeitet. Stefan Huspenina verkaufte seine Burger einst aus einem Pushcart heraus, einem Imbisskarren nach New Yorker Vorbild. Und irgendwann hätten sich “Warteschlangen sowjetischer Länge” gebildet. Wegen der großen Nachfrage wurde Huspenina 2013 dann sesshaft. Zusammen mit Alex Kleinhans eröffnete er den ersten Laden in der Occamstraße in Altschwabing.

Der Erfolg hält an. Und so verwundert es nicht, dass auch das Lokal in der Müllerstraße an einem schnöden Dienstagabend bis auf den letzten Tisch besetzt ist. Die meisten Gäste waren schlau genug um zu reservieren. Gleich am Anfang wird man positiv überrascht, wenn einem die freundliche Kellnerin den Mantel abnimmt – in einem Burgerladen! Doch schnell versteht man, dass dies mehr Not als Tugend ist: Der Platz ist knapp und an einem Hocker bekanntermaßen keine Lehne, um eine Jacke aufzuhängen.

Gerade die vielen Menschen, Stimmen und die Enge machen den Laden kuschelig. Und das, obwohl die Einrichtung eher spartanisch-industriell anmutet. Betongraue Wände, ein paar Holzverkleidungen, Gitterkäfige über der Bar. Nahe der Eingangstür wacht noch ein ausgestopfter Wildschweinkopf über die Gäste. Unterhalten kann man sich hier ohne Scham. Es ist so laut, dass es schon wieder intim ist. Der offene Grill im Raum schafft Vertrauen, da man sehen kann, wie die Burgerbrater das Fleisch zubereiten.

Und die Sieben an der Wand? Dafür gibt es eine simple Antwort

Das Essen kommt recht flott. Das Patty ist medium gebraten und noch schön saftig. Das Fleisch von bayerischen Rindern wird jeden Tag frisch gewolft. Die Brötchen liefert eine Münchner Bäckerei.

Der Cheeseburger (7,60 Euro) schmeckt, wie ein simpler Cheeseburger schmecken sollte. Der “Caesar Burger” (9,40 Euro) kommt mit getrüffeltem Rindfleisch, Romanasalat, Tomate, Gurke, Parmesan und Caesar Sauce daher. Wer da mehr Lust auf einen Caesar Salad hat, ist selber schuld. Viele Fans haben auch die “Mexican Pommes” (5,80 Euro) mit Tomatensalsa, Sour Cream und hausgemachter Guacamole (5,80 Euro).

Im Jahr 2018 ist zudem mindestens ein vegetarischer Burger auf der Karte obligatorisch, hier der gar nicht mal so kreative “Veggie Burger” mit Gemüsepatty, Burgersauce, Rucola, Tomate, Gurke und Limetten-Mayonnaise (7,50 Euro). Auf Nachfrage ist jedoch jeder Burger in der fleischfreien Version zu haben – oder mit Hühnchen. Dazu schmeckt eine hausgemachte Ingwer-Limonade (0,3 Liter 3,80 Euro). Bier gibt es von Tegernseer.

Das einzige Mysterium im Laden wäre da noch der Leuchtschriftzug an der Wand. “07” steht da in großen Lettern – auch von außen weithin durch das Panoramafenster sichtbar. Viele Gäste würden fragen, wofür die Sieben stehe, sagt Geschäftsführer Alex Kleinhaas. Die simple Antwort: Es ist der siebte Laden, den das Gastro-Duo von Ruff’s Burger eröffnet hat. Und auch wenn es nur ein weiterer Burgerladen ist: Lieber noch zehn gute davon, als auch nur eine einzige hässliche Spielhölle, wie sie an dieser Stelle vorher lange Jahre zu finden war.