Burger, Pommes und James Dean

Im “Taste My Burger” in der Augustenstraße gibt es ungewöhnliche Kreationen. Dazu strahlen Hollywoodstars von der Tapete.

Es mag ein Detail sein, aber es sagt eigentlich alles: Die Speisekarte im Taste My Burger heißt “Futterkarte” und listet Kreationen auf wie Barbie’s Blackout, Indian Dreams und einen Terminator-Burger. Die Rubrik daneben verspricht “noch mehr Burger”. Im neuen Laden an der Augustenstraße konzentriert man sich auf das Wesentliche. Dazu gibt es Pommes, fertig.

Burger sind ja inzwischen mehr als nur billiges Fastfood. Man findet sie auf Speisekarten internationaler Restaurants und auch als Hauptspeise in eigenen Bratereien wie dem Burger House, dem Hans im Glück oder dem ebenfalls neuen Ruff’s Burger. Für die Wirte ist die Spezialisierung praktisch: Ein Burger ist schnell gebraten und schnell gegessen. Wer hierher kommt, der sitzt nicht lange herum und geht oft nach einer halben Stunde. Der Tisch ist wieder frei, frei für den nächsten Gast.

Taste-My-Burger-Chef Shahram Iran Nejad war früher Taxifahrer, nun empfiehlt er Barbie’s Blackout mit Barbecue-Sauce oder einen Burger namens Stinking Rose, der seinen Namen der Knoblauchsauce verdankt. Wir probieren den Hula Hula mit süßem Chili und Ananas (7 Euro), die mexikanische Variation Speedy Gonzales mit Mais und Jalapenos (7,50) und den Alligatorbirne-Burger, der gelungen Avocadocreme mit Schafskäse verbindet (8,50). Als Alternative stehen zwei Salate auf der Karte, einer ist fleischlos, der andere nennt sich “gemischter Salat mit Burgerfleisch in Streifen”. Für Vegetarier gibt es V’leisch, einen Gemüse-Burger. Eine positive Überraschung: Die Semmeln sind knusprig, und die etwas dickeren Pommes erinnern noch an Kartoffeln, obwohl sie aus der Tiefkühltruhe kommen. Davon hätte man gerne mehr, die Portion ist enttäuschend klein und muss extra bestellt werden (2,50).

Im Taste My Burger wirkt kurz nach der Eröffnung alles noch ein wenig improvisiert. Getränke finden sich nicht auf der Karte. Immerhin muss man keine Angst haben, sich beim herzhaften Zubeißen zu blamieren. Man isst mit den Händen, Besteck bekommt man nur auf Nachfrage. Zum Verweilen lädt das Burger-Lokal nicht ein. Die Tapete mit Hollywood-Stars wie James Dean im New York der fünfziger Jahre suggeriert zwar Gemütlichkeit, und auf dem hübschen Sofa sitzt man gut. Doch in der offenen Küche zieht der Bratdampf nicht wirklich ab, und so riecht man nach einer Weile selbst wie eine “Stinking Rose”. Trotz gedämpfter Beleuchtung und dunklem Holz erinnert das Lokal etwas zu sehr an eine Imbissbude. Die freundliche und zuvorkommende Bedienung sorgt dafür, dass wir trotzdem zufrieden sind. Das Taste My Burger ist eine gute Anlaufstelle jenseits der üblichen Dönerbuden zwischen Königsplatz, Stiglmaierplatz und Hauptbahnhof findet.