Das alte Tröpferlbad ist jetzt ein modernes Wirtshaus

Nach langem Hin und Her eröffnet “Das Bad” in dem Gebäude am Nordende der Theresienwiese.

Um das Wohlbefinden des Körpers ging es in dem kleinen neoklassizistischen Gebäude am Nordende der Theresienwiese schon immer. Früher war die Feuchtigkeit von außen seine Aufgabe, später konnte man dort überschüssige Flüssigkeit loswerden, künftig geht die Feuchtigkeit ins Körperinnere.

Denn nach langem Hin und Her eröffnet nun doch noch eine Gaststätte in dem denkmalgeschützten Haus am Bavariaring 5, das eine bewegte Geschichte vom Tröpferlbad bis zur Bedürfnisanstalt hinter sich hat. Der neue Name nimmt jedoch verständlicherweise nur zum ersten Teil dieser Geschichte Bezug: “Das Bad” wird das neue Lokal heißen, in den nächsten Tagen wird es eröffnet.

1894 ist das Gebäude an der Theresienwiese entstanden, nach Plänen des Münchner Architekten und Bauamtmanns Hans Grässel. Damals diente es als öffentliches Brausebad für die Bewohner der Schwanthalerhöhe . Die Wohnungen in der damaligen Arbeitervorstadt hatten in der Regel keine Badezimmer, die Menschen waren auf öffentliche Badeanstalten angewiesen. Später wurde das Tröpferlbad zur öffentlichen Bedürfnisanstalt umfunktioniert. Gut, dass der ungewöhnliche achteckige Bau mit dem Säulenportikus das nicht immer schon war, denn einen Namen, der an die frühere Nutzung erinnert, hätte man dann wohl nicht wählen können.

Nun hat die Edith-Haberland-Wagner-Stiftung, der die Mehrheit an der Augustinerbrauerei gehört und die auch stark im Denkmalschutz engagiert ist, das Gebäude beinahe ein Jahr lang saniert und umgebaut. Die Pläne für die Innenausstattung lieferte der Architekt Daniel Hildmann, der in München unter anderem schon die Restaurants Koi, Sasou und Rocca Riviera gestaltet hat. Im Bad arbeitete er viel mit Kupfer und Anklängen an die frühere Nutzung als Badeanstalt. Nun ist es ein modernes bayerisches Wirtshaus mit einer größeren Freischankfläche auf der Verkehrsinsel vor dem Haus.

Die Edith-Haberland-Wagner-Stiftung betreibt auch das Restaurant Museum im Bayerischen Nationalmuseum und das Café in der Hypo-Kunsthalle. Dort allerdings muss sie sich jetzt eine neuen Pächter suchen. Nach nur eineinhalb Jahren springt die Käfer-Gastronomie zum 13. Januar ab.