Der Tannengarten soll wieder aufmachen

Die Brauerei Erdinger Weißbräu hatte die Traditionswirtschaft im Februar unvermittelt geschlossen. Zum 1. Juli will Ayinger Bräu nun übernehmen – mit neuem Pächter.

Der “Tannengarten” soll wieder aufmachen. Zum 1. Juli werde Ayinger Bräu die Wirtschaft und den Biergarten bewirtschaften, hat der Bezirksausschuss erfahren. Dort zeigte man sich hoch erfreut darüber, dass Sendlings einziger historischer Biergarten erhalten bleibt. Die Brauerei Erdinger Weißbräu, die ihren Stammsitz in Erding hat und eine Wirtschaft mit Hotel in Großhadern führt, hatte die Wirtschaft an der Pfeuferstraße im Februar unvermittelt geschlossen. Das Unternehmen zog sich nur ungern zurück – weil es “personell eng” wurde. Die Belegschaft wurde integriert. Der Tannengarten sei “ein wunderschöner Laden” gewesen, heißt es in der Brauereiverwaltung. Man habe viel Geld hineingesteckt, auch sei das Geschäftsverhältnis zum Eigentümer ausgesprochen gut gewesen.

Um den Tannengarten hatte es vor rund fünf Jahren viel Aufruhr in Sendling gegeben, sogar einen Mahnmarsch. Um das “Spektakel”, so hieß die Wirtschaft damals, doch weit mehr noch um den Biergarten von 1889, kämpften Bürger, Künstler und Politiker. Eine Bürgerinitiative “Rettet den Tannengarten” sammelte 5000 Unterschriften für dessen Weiterbestehen. Der Eigentümer hatte den Vertrag mit dem damaligen Wirt nicht verlängert, er wollte Wohnungen bauen, änderte dann seine Meinung und vermietete Haus und Tannengarten an Erdinger Weißbräu. Die Brauerei richtete die Wirtschaft unter dem Namen Tannengarten auffallend stilvoll her. Die SZ Kostprobe war damals voll des Lobes über Essen und Bewirtung: “Sendlings Tannengarten schmückt das Viertel ganz erheblich.”