Stephan Rumpf / Stephan Rumpf

Die alte Bahnhofsuhr ist zurück in der Maxvorstadt

18 Monate lang war das Café Puck wegen Umbaus geschlossen. Vieles, wofür es früher bekannt war, gibt es immer noch. Zum Glück.

Eine feste Größe im Uni-Viertel ist wieder da. Nach 18 Monaten Sanierung hat das Café Puck neu eröffnet. Seinen Kaffeehaus-Charakter hat sich das Lokal bewahrt: Die alte englische Bahnhofsuhr gibt es noch, ebenso die dunklen Ledersitze und die Jugendstil-Vitrine mit Spirituosen. Dass die Einrichtung weitgehend erhalten bleibt, war dem Gastronom Christoph Klingele wichtig.

Der Grundriss des Puck hat sich durch den Umbau aber verändert. Im hinteren Teil, da, wo früher die Küche war, sind jetzt weitere Plätze für Gäste. Während der Bauarbeiten gab es einen schweren Rohrbruch, der Umbau zog sich hin. Eine anstrengende Zeit hat Klingele also gerade hinter sich, aber er winkt ab und lacht: “Das Puck ist mein Baby.”

Ursprünglich wollten die damaligen Betreiber – Per, Udo und Christoph – für das Lokal die eigenen Initialen verwenden. Dadurch kamen sie auf “Puck”, den Namen des Shakespearschen Kobolds. Das Lokal, das Klingele seit 1992 in der Türkenstraße führt, ist für viele zu einer Art Wohnzimmer geworden.

Was gibt es da und was kostet das?

Auch nach dem Umbau gibt es hier das, für was das Puck bekannt ist: gutes Frühstück, etwa Spiegeleier und Bratkartoffeln (9,60 Euro), Pancakes mit Rührei, Speck und frischem Obst (8,60 Euro) oder Müsli zum Selbermischen (4,90 Euro). Natürlich auch das Weißwurstfrühstück, die Karte blickt allerdings weiterhin über Bayern hinaus – zum Beispiel mit Penne all’arrabbiata (8,90 Euro), Wiener Schnitzel (12,90 Euro) oder Falafeln im Pita-Brot (8,20 Euro).

Auf die Wochenkarte setzte Klingele in Woche zwei nach der Neueröffnung unter anderem frische Ravioli mit Wildragout (11,80 Euro) und gegrilltes Zanderfilet (13,80 Euro). Vegetarier müssen das Puck aber nicht scheuen (den “Veggy-Burger” etwa gibt es für 12,90 Euro), denn die Karte ist lang und hat dazu noch DIN-A-4-Format. Kurz hatte er beim Umbau überlegt, sie zu verkleinern, sagt Klingele – aber nötig war das nicht.

Das Café sieht mit seinen etwa 150 Sitzplätzen nach der Renovierung frisch poliert aus. Die “Patina”, wie Klingele es nennt, ist weg. Er erinnert sich noch daran, wie hier die Gäste Zigaretten rauchten, beim abendlichen Drink, beim Lesen der Tageszeitungen, die im Puck ausliegen – oder während des Essens. Eine Ewigkeit ist das schon her, sagt Klingele. Auch einen Türsteher hat das Puck nicht mehr. Eine Zeitlang war der nötig, als an den Abenden die schiere Zahl der feierfreudigen Studenten drohte, das Lokal zu sprengen.

Wer geht da hin?

Studenten sieht man im Puck immer noch überall, aber auch Familien, oder Geschäftsleute, die in dem belebten Viertel unterwegs sind. Viele von Klingeles Stammgästen sind aber auch Alteingesessene, die er schon seit der Eröffnung kennt: Die zwei über 70-jährigen Architekten-Freunde zum Beispiel oder verschiedene Künstler, die früher in der Maxvorstadt wohnten und weiterhin ins Puck kommen.

Wie viel Zeit bringt man mit?

Weil das Puck in München so bekannt ist, sollte man am Wochenende vorsichtshalber reservieren. Die zuvorkommenden Mitarbeiter sind schnell. Mehr als 40 sind es inzwischen, zählt Klingele nach, bis zu 13 von ihnen arbeiten gleichzeitig in einer Schicht. Auch er selbst ist meist da, sagt er. Das hier ist ja schließlich sein Baby.