Die Bar, in der man sein Fleisch selbst grillt

Ein Abend im Grill & Grace ist wie ein Grillabend mit Freunden – nur dass man in der Kombination aus Steakhaus und Bar Tipps von Köchen bekommt. Und die Drinks besser sind.

Ein Bier darf beim Grillen nicht fehlen, ein Andalö Splash oder ein Black Hugo schmecken aber auch nicht schlecht zum Flank Steak. Das Problem ist: Wer mixt zu Hause beim Grillabend schon Sanddornlikör, Prosecco und Soda zu einem Andalö Splash? Nicht so viele, und deswegen lohnt sich ein Besuch im Grill & Grace.

Das Steakhaus, das seit ein paar Wochen nicht mehr nur in der Guldeinstraße nahe der Donnersbergerbrücke im Westend, sondern auch in der Maxvorstadt zu finden ist, führt in seinem Namen gleich neben dem Wörtchen “Steak” nicht umsonst auch das Wörtchen “Bar”. Und man bestellt hier nicht nur Gegrilltes, der Gast grillt sein Fleisch auch noch selbst. Weshalb sich ein Besuch im Grill & Grace anfühlt wie ein Grillabend zu Hause, bei dem man die Getränke aber nicht im Kühlschrank bunkern muss, sondern an den Grill serviert bekommt – auch solche, die nicht unbedingt jeder zu Hause hat.

Der Mittelpunkt dieses speziellen Steakhaus-Konzepts ist ein sogenannter Lavasteingrill. Der Gast sucht sich ein Fleisch aus, marschiert dann damit zum Grill und brutzelt es unter Anleitung und mit Hilfe einer Stoppuhr selbst. Die Bedienungen sind sehr freundlich, die Köche haben ein paar Grilltipps parat, die den Profi nicht unbedingt weiterbringen, für den Laien aber ganz interessant sein können.

Da steht man dann also und kann einen guten Schluck vertragen neben der Hitze des Grills. Die Getränkekarte gibt zum Glück einiges her: als Aperitif neben dem Andalö Splash und dem Black Hugo (je 6,50 Euro) etwa einen Lilleto mit Lillet, Tonic und Gurke (5,90) oder ein Negroni (Campari, Vermouth Rosso, Gin, Soda – 8 Euro). Das Tegernseer Helle kostet 3,80 Euro, das Crew Ale, ein German Pale Ale, ist für 4,20 Euro zu haben.

Beim Wein bietet das Grill & Grace an, was man halt so auf der Karte hat in Restaurants und Bars , die nicht unbedingt auf Wein spezialisiert sind. Als Longdrinks mixt der Barkeeper vom Cuba Libre (8 Euro) bis zum Munich Mule (9 Euro) alles, was Fans von Wodka, Gin oder Rum gerne haben.

Wer nach dem Fleisch einen Schluck Hochprozentiges für die Verdauung braucht, ist mit verschiedenen Sorten Whisk(e)y, Rum, Wodka, Gin und Tequila gut bedient. Der Grappa Nonino lo Chardonnay ist zu empfehlen. Alkoholfrei geht aber natürlich auch: Der Ipanema mit Orange, Ginger, Rohrzucker und Limette lohnt sich.

Das Grill & Grace zeichnet sich nicht unbedingt durch die Gemütlichkeit einer Bar aus, die Wände sind kahl und erinnern eher an Schlachthaus, als an Wohnzimmer. Aber es dreht sich ja auch alles um Dry Aged Rib-Eye und T-Bone Steak, um Feuer und Kohlen, eine andere Optik wäre demnach eine klare Themaverfehlung. Es gibt lauschige Ecken, vorwiegend sind die Tische aber in lang gezogenen Reihen angeordnet, was ganz praktisch ist für größere Gruppen. Wer also mit Freunden grillen will, aber keine Lust auf Saubermachen hat, der ist im Grill & Grace ganz gut aufgehoben – was das Essen und die Drinks anbelangt.