Die Liebe zu Süßem ist im Café Kosy's unübersehbar. (Foto: Stephan Rumpf)

Berliner Allerlei

Das Café Kosy’s bezaubert zum Frühstück nicht nur mit Käse-Schrippen und Avocado-Stullen, sondern auch mit Gemütlichkeit und besonderen Kindheitserinnerungen.

Geld gegen Süßes: Das ist das erste Kaufgeschäft, das viele Menschen in ihrem Leben machen. Aus ein paar über die Ladentheke gereichten Münzen werden weiße Mäuse oder Colakracher. Und dann dieser klebrige Schatz in den noch nach Kupfergeld riechenden Händen – die frühen Süßigkeitenkäufe sind liebe Kindheitserinnerungen. Im Kosy’s wird daran gearbeitet, diese Erinnerungen wachzuhalten und die nachwachsende Generation mit ähnlichen Eindrücken zu versorgen.

In dem eklektisch eingerichteten Café stapelt sich Süßes, größtenteils Retrosüßigkeiten wie Ahoi-Brause oder Zuckerketten, auf Etageren und in Gläsern. Auch nicht essbarer Schmuck fehlt nicht ebenso der Hinweis auf das ein oder andere Angebot, wie zum Beispiel Waffeln. Überall gibt es etwas zu Gucken, obwohl gar nicht so viel Platz ist im Kosy’s.

Etwa vier Tische passen vor die Ladentheke. Im Sommer reihen sich ein paar Tische unter pinken Palmenschirmen. Zu ernst nimmt man sich hier nicht, was beinahe so angenehm erfrischend ist wie eine hausgemachte Limonade. Der Name Kosy’s kommt natürlich von cosy, was gemütlich heißt, und das ist dieses kleine Café. Die Gäste können es sich auf Sofas und Sesseln bequem machen, auf den Tischen liegen Zeitungen.

Was gibt es da und was kostet es?

Daniela Kositza, die Betreiberin des Cafés, kommt aus Berlin, wie das Straßenschild vom Kurfürstendamm und ein Bild mit dem Grundriss der Stadt an der Wand verraten. Sie kocht mittags oft Gerichte, die sie an ihre Heimatstadt erinnern: Ein Hühnerfrikassee zum Beispiel oder Kartoffelsuppe, vegan oder mit Bio-Wienern. Uns interessiert aber besonders das Frühstücksangebot. Und das muss sich im Kosy’s wahrlich nicht verstecken: Eine Reihe von Stullen gibt es zum Beispiel, was schon die Eingangstür mitteilt, auf der geschrieben steht: “Have a break, have an Avocado-Spiegelei-Stulle!”

Die schmackhaften Stullen werden außerdem noch mit Avocado, Feta und gerösteten Sonnenblumenkernen angeboten oder mit Parmaschinken und Ziegenkäse (6,90 Euro). Daneben gibt es Käse- oder Wurst-Schrippen (3,90 Euro), Tramezzini (3,20 Euro) oder Panini (3,90 Euro), unterschiedlich belegte Piadine (7,90 Euro), gegrillte Toasts (3,70), belgische Waffeln (4,90 Euro), die wunderbare Kombination Espresso mit Schokoladenzigaretten (2,90 Euro), Croissants (ab 2,50 Euro) und einen Strammen Max, zu dem die Karte nur sagt: “Wer fragen muss, hat was verpasst!” Ihn kann man auch in einer vegetarischen Variante (6,90 Euro) bestellen.

Für individuelle Frühstücker gibt es Brot, Brötchen und Brezn mit allerlei Extras zum selbst zusammenstellen. Und natürlich wird auch Frühstück aus Schüsseln angeboten: Warmer Getreidebrei mit Ahornsirup, Bio-Schoko- und Knuspermüsli oder einfach Joghurt mit Obst (jeweils 4,90 Euro).

So variantenreich wie die Frühstückskarte ist auch das Kaffeeangebot: Neben den gängigen italienischen Optionen wie Espresso (1,90 Euro) und Cappuccino (2,80 Euro) gibt es auch solche mit gezuckerter Milch und Extras wie “Österreich aus Berlin”, einen Einspänner (4,60 Euro), oder einen vietnamesischen Kaffee (3,90 Euro).

Bei der unübersehbaren Liebe zu Süßem bedarf es natürlich kaum der Erwähnung, dass auf einer Kommode eine Reihe hausgemachter Kuchen darauf wartet, das Frühstück in den Nachmittag hinein zu verlängern. Ein liebevoll zusammengestelltes Angebot, dem anzumerken ist, dass die Cafébetreiberin viel Arbeit in das Kosy’s steckt und gerne Neues ausprobiert.

Wer geht da hin und wie lange bleibt man?

Das Kosy’s ist ein Haidhauser Kleinod, das vor allem die Nachbarschaft frequentiert. Manch einen kennt Daniela Kositza längst persönlich, das Kosy’s gibt es schon seit Jahren. Andere werden aber genauso freundlich behandelt. Und natürlich gibt es kein Gehetze in einem Café, das nach Gemütlichkeit benannt ist. Aber der Platz ist begrenzt. Wer den ganzen Tag an seinem Stuhl kleben bleiben möchte, könnte angesichts der Leute, die hereinschauen und vergeblich nach einem freien Tisch suchen, irgendwann ein schlechtes Gewissen bekommen.

Kosy’s , Pariser Straße 50, 81677 München, Mo. bis Fr. 9 bis 18 Uhr, Sa. 10.30 bis 17.30 Uhr, 0170/7504665, lecker@mykosys.de