Farbenpracht: Das Frühstücksmenü "Orient" im Lavin's. (Foto: Moses Omeogo)

Ein bisschen Bosporus in Schwabing

Feigen, Feta, hausgemachtes Fladenbrot: Das Lavin’s ist ein authentisches Café mit türkischen Gerichten – und unbegrenzt schwarzem Tee zum Frühstück.

Der erste Blick ist trügerisch. Ist es ein Yogastudio? Oder ein schicker Heilpraktiker? Von außen wirkt das Lavin’s in Schwabing eher schlicht. Ein großes Fenster, dahinter ein paar pastellfarbene Kissen, an der Scheibe klebt ein Mandala-artiges Logo. Ein türkisches Café stellt man sich so vermutlich eher nicht vor. Das Lavin’s ist allerdings genau das: ein Café, in dem es hausgemachte, authentische türkische Speisen gibt. Ein Café für den zweiten Blick.

Özlem Kilic, Inhaberin des Lavin’s, ist in München aufgewachsen, ihre Eltern kommen aus der Türkei und deshalb wollte sie in ihrem Café diese zwei Welten zusammenbringen, miteinander verschmelzen. Ein bisschen Bosporus in Schwabing. Dabei herausgekommen ist ein stillvoll, aber schlicht eingerichteter Raum in blauen, grünen bis türkisen Tönen mit einem jener türkischen Teekocher hinter der Theke, wie sie auch oft in Dönerbuden den ganzen Tag Tee produzieren. An der Wand: Bilder aus der Türkei.

Auch die bis auf den letzten Zentimeter vollgeschriebene Schiefertafel neben dem Durchgang zur Küche zeigt die Wurzeln der Inhaberin: Die wechselnden Tagesgerichten von Suppe bis Salat enthalten Granatapfelkerne, Feigen, hausgemachtes Fladenbrot, Feta – und heißen Bosporus-Bowl oder Orient-Salat.

Was gibt’s da und wie viel kostet es?

Das Lavin’s ist ein ausgezeichneter Ort zum Frühstücken: Es gibt fünf feste Frühstückskombinationen (Oriental, Classic, Vegan, Mediterran und Fitness, zwischen 12 und 14,50 Euro) oder man stellt sich ein eigenes Frühstück zusammen. Aus Rührei-Variationen mit hausgemachtem Hummus (der so cremig ist, dass man ihn löffeln möchte), Avocado-Feta-Walnuss-Creme, Möhren-getrocknete-Tomaten-Creme oder mediterraner Feta-Creme (je Aufstrich 2,90 Euro).

Extra zu bestellen gibt es Vitaminlastiges wie die Red Smoothiebowl mit Beeren, Apfel, Banane und Nüssen (7,50 Euro), frisch gepresste Säfte (3,80 Euro) oder Birchermüsli mit Joghurt (3,90 Euro). Wem das zu gesund ist, der wird möglicherweise an der Theke fündig, denn dort gibt es Kuchen und Baklava, so wie sie sein sollen: süß, klebrig, knusprig. Als Ausgleich dient der leicht bittere schwarze Tee aus dem Teekocher, den es unbegrenzt zu jedem Frühstück gibt und den die Türken zu jeder Tageszeit trinken, wie der Kellner erklärt, weswegen man auch nach dem dritten Glas angeblich keine Angst vor schlaflosen Nächten haben muss.

Wer geht da hin?

Alle, die es schaffen, unter der Woche tagsüber in Schwabing unterwegs zu sein (am Wochenende ist das Lavin’s geschlossen, dafür gibt es Frühstück unter der Woche bis 16 Uhr): frische Mütter mit Baby und Schwägerin, Studenten, Menschen, die noch in Ruhe Zeitung lesen können, und der ältere Herr, der seinen Espresso nach mediterraner Art an der Theke schlürft und nebenbei mit dem Kellner scherzt.

Das Schöne am Lavin’s ist: Es kommt in der Mischung unaufgeregt daher, obwohl die Gerichte und das Ambiente mindestens so Instagram-tauglich sind wie viele der neuen Salat-Bowl-Läden. Es ist ein Ort, an dem gutes Essen und eine angenehme Atmosphäre wichtig sind (vermutlich unterscheiden sich türkische und bayerische Gemütlichkeit da gar nicht so sehr) und an dem das Fladenbrot in der Küche immer noch nach Mamas Rezept gebacken wird.

Franz-Joseph-Str. 30, 80801 München, 089/38666313, Öffnungszeiten: Mo. bis Fr. 9 bis 18 Uhr, lavins.de