Ein neuer Meistersud am Nockherberg

Im Paulaner am Nockherberg gibt es jetzt “Teresas Meistersud” – ein Bier, mit dem die junge Brauerin Teresa Seidl die Meisterschaft für München und Südbayern gewonnen hat.

Einen Brauer, noch dazu von Paulaner, stellt man sich irgendwie ganz anders vor. Als gwamperten Mönch, normalerweise, der einen großen Humpen mit schäumendem Bier in der Hand hält. Insofern ist es schon nachvollziehbar, dass die Brauerei ihre jüngste Brauerin Teresa Seidl am Montag mit großem Tamtam der Presse auf dem Nockherberg präsentiert. Nicht nur, weil sie als Frau eher eine Ausnahme in der Branche darstellt, sondern auch, weil sie eine höchst erfolgreiche Brauerin ist. Denn Teresa, die erst im Frühjahr mit ihrer Ausbildung fertig wurde, gewann in diesem Jahr gleich die Meisterschaft der Münchner und südbayerischen Brauer und Mälzer. Das von ihr gebraute Dunkle wurde von der Jury als bestes Bier in ihrem Jahrgang ausgezeichnet.

Wenn man so einen Meistersud vorweisen kann, dann will man ihn aber auch nicht nur für einen einzigen Wettbewerb verwenden, dachte sich die Brauerei wohl. Und deshalb durfte Teresa Seidl Ende Juli ihr Dunkles erneut brauen, und zwar in der Gasthaus-Brauerei des Paulaners am Nockherberg. Dort kann man von Freitag an “Teresas Meistersud” nun auch genießen, voraussichtlich mindestens einen Monat lang. Uli Schindler, der Braumeister vom Nockherberg, hat aber schon angedeutet, dass er das Bier gerne noch länger auf der Getränkekarte lässt, wenn es gut ankommt.

Vorstellbar wäre das, denn das untergärige, dunkle Bier mit einer Stammwürze von 13,5 Prozent und einem Alkoholgehalt von 5,85 Prozent (also etwas mehr, als ein klassisches Vollbier normalerweise hat), ist recht süffig. “Ich habe mich bei meinem Rezept eher an die traditionellen Sorten gehalten und deswegen die Hopfensorten Hercules und Hallertauer Tradition verwendet”, sagt die junge Brauerin, “dazu noch Münchner und Pilsner Malzsorten.” Es sollte ein Dunkles werden, das nicht zu exotisch ist, sondern durch feine Aromen überzeugt. Eigentlich sei das “ein typisches Frauenbier” geworden, sagt sie, weil es leicht süßlich schmecke und wenig Röstaromen enthalte. Sie selbst hat es demnach eher weniger mit Frauenbieren, denn: “Am liebsten trinke ich ein Helles”, sagt sie.

Die 21-jährige Teresa Seidl stammt aus dem kleinen niederbayerischen Ort Steinernkreuz, “das ist eine 50-Seelen-Gemeinde zwischen Straubing und Cham”. Nach dem Abitur entschied sie sich für die Brauerlehre bei Paulaner, um erst einmal einen soliden “Beruf mit Zukunft” zu lernen. Das ist ihr ganz offenkundig erfolgreich gelungen. Seit dem Ende ihrer Ausbildung im Frühjahr arbeitet sie derzeit im Labor für Qualitätssicherung von Paulaner, und in Kürze beginnt sie dann ein Studium der Ernährungswissenschaften an der TU in München.

Gut gefallen hat ihr, dass sie in einem traditionellen Männerberuf reüssiert hat: “Mir als Mädchen ist es natürlich auch ein großes Anliegen, der von Männern dominierten Branche zu zeigen, dass auch wir Mädels in der Lage sind, zu guten Brauern heranzuwachsen”, sagt sie. Unter den rund 150 Brauern bei Paulaner sind momentan fünf Frauen und eine Auszubildende. Aber die Zahl wächst, sagt Ausbildungsleiterin Susanne Weber: “Bei den Azubis sind normalerweise die Hälfte weiblich.” Und in der Wirtshausbrauerei des Paulaner Brauhauses am Kapuzinerplatz ist sogar eine Braumeisterin die Chefin.