Ein Einhorn tanzt durchs Nachtleben

Am Maximiliansplatz hat mit dem “Sweet” ein neuer Club eröffnet – mit einem lebensgroßen Einhorn an der Bar.

Alexander Spierer, den seine Freunde nur Paschito nennen, erinnert sich nur zu gut an den Film “das letzte Einhorn”. Untrennbar mit seiner Kindheit verbunden. Und vor allem erinnert er sich daran, dass seine Schwester jeden Satz auswendig mitsprechen konnte.

“Ich kann die Faszination daran verstehen”, sagt Spierer. “Das Einhorn ist ein Zauberwesen, zart und stark zugleich.” Und weil das Fabelwesen derzeit so angesagt ist, steht es nun lebensgroß – also etwa wie ein Pferd – im neuem Club “Sweet”. 1000 Quadratmeter hat der Club, den er am Wochenende eröffnet hat. Dafür muss man sich schon etwas einfallen lassen.

Zum Einhorn haben nur Frauen Zutritt

“Perfekt auf Mädels zugeschnitten” sei das “Sweet”, sagt Spierer. Wegen dem Einhorn, zum einen. Das Einhorn steht in einer Bar, die durch eine Glasscheibe von der Tanzfläche abgetrennt ist, in der nur Frauen erlaubt sind, “bis auf einen heißen Barkeeper”, sagt Spierer. Damit sie sich auch mal zurückziehen können, etwa wenn ihnen das Gebaggere zu viel wird. Oder sich in Ruhe austauschen, ohne dazu die Damentoilette aufzusuchen. Frei von Klischees ist der Sweet Club also ganz und gar nicht, tut aber auch nicht so. Die Decke der einen Tanzfläche ist mit Süßigkeiten behängt, die andere mit Glühbirnen gespickt.

In rekordverdächtigen fünf Tagen haben Alexander Spierer und sein Team den ehemaligen Club “Gecko” am Maximiliansplatz umgerüstet und dafür auf viel Schlaf verzichtet. Zu den Hits der 90er, Trash, R’n’B, Hiphop und Charts flimmern passende Musikvideos über Screens. “Ich glaube, wir sind die ersten, die so etwas machen”, sagt der Betreiber.

Natürlich sind auch Männer erwünscht in dem Club. Sie bedienen sich eben nicht an der glitzernden Einhornbar, sondern an den anderen, schwarz gefliesten. Die Damen, die um das Einhorn stehen, können sie trotzdem sehen. Eben nur durch die Glasscheibe.

So anziehen, als ob man die große Liebe treffen würde

Hauptsache, niemand kommt in Jogginghosen an. “Die Tür ist da schon streng. Ich sage immer, die Gäste sollen sich mit dem Gedanken im Kopf anziehen, heute Abend vielleicht ihre große Liebe zu treffen”, sagt Alexander “Paschito” Spierer. P1-tauglich muss es natürlich nicht sein, Hipster werden sich aber eher nicht hierher verirren. Nur gammelig soll der Look bitteschön nicht sein, meint Spierer.

Geöffnet ist vorerst nur freitags und samstags, ab 22.30 Uhr. Für die zehn Euro Eintritt gibt es einen Wodka Bull aufs Haus. “Aktivierungsenergie”, sagt Spierer. Diese Starthilfe haben dieses Wochenende schon einige genutzt. Nächstes Wochenende beginnt der Tanz ums Einhorn wieder von neuem.