Wenn die Regeln zu kompliziert sind, helfen Spieleberater. Foto: Sebastian Gabriel

Ersatz-Wohnzimmer für Brettspieler

Nach einer Crowdfunding-Kampagne konnte das Zamgwürfelt realisiert werden – eine Mischung aus Café und Bar. Die Karte ist überschaubar, dafür stehen 400 Spiele zur Auswahl.

Das Olympiadorf ist nicht unbedingt für eine besonders hohe Bardichte bekannt. Das ist vor allem deshalb bemerkenswert, weil dort viele Studenten leben – und die gehen ja bekanntermaßen recht gerne mal das ein oder andere Bier trinken. Seit ein paar Monaten gibt es aber auch für Nicht-Studenten einen Grund, sich in das Straßenlabyrinth im Olympiadorf zu wagen.

Nach einer erfolgreichen Crowdfunding-Kampagne haben dort die beiden Münchner Florian Kumschier und Stylianos Kalaitzis im September das Zamgwürfelt eröffnet. Wie der Name vielleicht schon erahnen lässt, handelt es sich hierbei nicht um eine x-beliebige Kneipe, sondern laut eigenen Angaben um ein Boardgamecafé. Weil das sogenannte Café jedoch täglich bis 23 Uhr geöffnet hat, steht auch einem Spieleabend nichts im Weg.

Insgesamt 400 verschiedene, mehr oder weniger bekannte Brettspiele stapeln sich in den Regalen, die Tische bieten Platz genug für große Gruppen und an der Bar gibt es für aufreibende Strategiespiele auch die entsprechende Nervennahrung in Form von Schokolade, Gummibärchen oder Salzbrezeln (zwischen 2,20 und 3,20 Euro).

Auch noch ein paar andere Besonderheiten hat das Zamgwürfelt zu bieten: Jedem Spieler wird pro Stunde eine Gebühr von zwei Euro berechnet. Und das Spielen wird ernst genommen, es ist nicht nur eine Nebensache. Das Licht ist deshalb nicht schummrig-gemütlich, sondern fast schon grell. Außerdem gibt es fachkundige Spieleberater, die bei der Auswahl, dem Aufbau und notfalls auch bei Verständnisfragen helfen.

Die Getränkekarte des Zamgwürfelt ist vor allem im Vergleich zu der Menge an Spielen äußerst überschaubar. Doch wer braucht bei einem Spieleabend mit Freunden schon einen Sex on the Beach oder Erdbeer-Daiquiri? Zur Auswahl stehen stattdessen Tegernseer Helles, Schneider Weisse, Gösser Naturradler oder Lammsbräu alkoholfrei (je 3,60 Euro). Als Alternative zu Bier gibt es außerdem ein Glas Grauburgunder (4,90 Euro), zahlreiche Säfte und Limonaden sowie jetzt im Winter auch Feuerzangenbowle oder Punsch (je 3,50 Euro).

Das Zamgwürfelt ist damit das ideale Ersatz-Wohnzimmer für all jene, die zu Hause nicht genügend Platz haben, um zum Spieleabend daheim einzuladen – und davon gibt es in München sicherlich einige.