Ein Imbiss, in dem Nachhaltigkeit Programm ist

Von der Einrichtung bis zu den Speisen ist in der Orange Box in der Maxvorstadt alles eher minimalistisch und schlicht gehalten. Schmecken tut’s trotzdem.

Der Cheddar-Käse liegt kleingewürfelt am Rand der Schale und ergänzt die “Tuna Taco Bowl” optisch durch sein leuchtendes Orange. Ist das vielleicht eine Hommage an den Namen des Imbisses? Nein, die “Orange Box” verdankt ihren Namen keiner Käsefarbe, sondern den Orangen-Kisten, die als Lampenschirme an den Wänden hängen. “So hab’ ich es auch bei mir zu Hause eingerichtet”, sagt Martin Küttner. Vor vier Jahren hat er den Imbiss in der Türkenstraße eröffnet.

Auf den ersten Blick könnte man die Einrichtung etwas lieblos nennen, aber dahinter steht ein Konzept: Das Design wurde bewusst reduziert, um die Nachhaltigkeits-Idee des Ladens zu unterstreichen. Bis hin zum Strohhalm ist alles recycelbar. Laut Inhaber Martin Küttner werden Obst und Gemüse täglich frisch aus der Region geliefert, das Huhn fürs “Chicken Curry” komme vom Münchner Bauernmarkt.

Die Zutaten würden zu “ehrlichem, leckerem Essen verarbeitet, das sich jeder leisten kann”, wie Küttner meint. Und tatsächlich sind die Preise mit maximal 9,60 Euro pro Gericht im Vergleich zu anderen Lokalitäten in der Türkenstraße relativ günstig. Relativ, angesichts der überschaubaren Portionen.

Geschmacklich überzeugen sie, auch wenn man sich ab und zu über die ungewöhnliche Zusammenstellung der Zutaten wundert. Das macht es auch unmöglich, die Orange Box einer bestimmten Länder-Küche zuzuordnen. Auf dem Menü finden sich südasiatische Currys ebenso wie der chinesisch anmutende Glasnudelsalat, orientalisch gefüllte Fladenbrote oder die an “Borschtsch” angelehnte “Balticsuppe”.

Vor allem für Vegetarier und Veganer ist die Auswahl groß. Die heimlichen Stars der Orange Box sind die gerösteten Austernpilze, die viele der Gerichte als Topping krönen. Angerichtet wird auf Holzbrettern, was zum studentisch-lässigen Style des Ladens passt. Chichi gebe es bei ihm nicht, sagt Küttner. Ebenso wenig wie alkoholische Getränke. Dafür gibt’s aber eine große Auswahl an frisch gepressten Säften, hausgemachten Eistees und Kaffees.

Draußen vor der Box sitzt man übrigens schöner als drinnen, weil man von dort aus einen guten Blick auf das Treiben in der Türkenstraße hat. Viele Gäste schauen in der Mittagspause schnell rein, um eine Kleinigkeit zu essen. Wer dagegen einen gemütlichen, längeren Abend mit einem Glas Wein plant, ist anderswo besser aufgehoben – die alkoholfreie Orange Box schließt bereits um 22 Uhr.