Ein Öko-Supermarkt für Direktvermarkter

Die Kooperative "Food Hub München" will einen kooperativen Laden im nächsten Mai eröffnen – noch fehlt die Immobilie dafür. Was es schon gibt: ein Rezept für "Schnelles Ofengemüse", das zum Inhalt der Einkaufskiste passt.

Eigentlich gibt es ihn ja noch gar nicht. Aber dafür ist er dann doch schon ganz schön lebendig. Denn der Münchner "Food Hub" (Hub ist das englische Wort für "Verteilzentrum") soll eigentlich eine Art kooperativer Öko-Supermarkt für Direktvermarktung werden. Noch fehlt die Immobilie dafür, aber die Idee wird schon umgesetzt: Es haben sich Einkaufsgemeinschaften gebildet, und freitags um 17 Uhr kann die bestellte Ware beim "Impact Hub" in der Gotzinger Straße 8 abgeholt werden.

"Angefangen hat es eigentlich mit dem Volksbegehren Artenvielfalt", erzählt Kristin Mansmann vom Food-Hub-Vorstand. "Wenn man den Bauern schon Vorschriften macht, sollte man auch was für die Vermarktung tun, fanden wir." Die Idee der kooperativen Vermarktung von Lebensmitteln habe die Initiatoren dann überzeugt; in der ganzen Welt gebe es beeindruckende Beispiele. So habe die südkoreanische Kooperative Hansa Lim stolze 1,2 Millionen Mitglieder, der seit 1973 bestehende Park Slope Food Coop in New York auch immerhin 17 000. Ganz so weit ist der Food Hub München noch nicht, gerade einmal 130 Mitglieder gibt es derzeit bei den Einkaufsgemeinschaften der Kooperative. Sie zahlen einen Jahresbeitrag von zehn Euro, kaufen bei der Einkaufsgemeinschaft ein und verpflichten sich zu drei Stunden Arbeit im Monat im Food Hub.

Dem Ziel, einen eigenen Markt zu eröffnen, kommt man bereits näher. "Wir sind grad an einer Immobilie dran", erzählt Kristin Mansmann, "wenn alles klappt, können wir nächsten Mai eröffnen". Dazu braucht man allerdings noch viele neue Mitglieder: "An die 1600 sollten wir insgesamt schon sein, damit sich die Sache trägt." Ansonsten ist alles bereits da, was man braucht für eine Kooperative: Landwirte und Gärtner, die mitmachen, freiwillige Helfer, eine Homepage mit Online-Shop ( www.foodhub-muenchen.de) und bereits gut funktionierende Einkaufsgemeinschaften.

Das folgende Rezept besteht aus Zutaten, wie sie am vergangenen Freitag in der Kiste der Einkaufsgemeinschaft vorzufinden waren. Bauer Martin Brunnhuber aus Pürten bei Waldkraiburg hat Fenchel, Kürbisse, Möhren, Rote Beete und Kartoffeln geliefert. Das ist alles schnell zu Ofengemüse vom Backblech verarbeitet, als vegane Variante. Für die vegetarische empfiehlt Mansmann als Zugabe "Kräuter-Ziegenkäse in Öl von MyGoas aus Gars am Inn", und wer Fleisch wolle, der könne sich ja dazu auch ein Steak braten: "Dann reicht das Gemüse für sechs Personen."

Schnelles Ofengemüse

Zutaten (für vier Personen): eine Fenchelknolle, vier große Karotten, ein kleiner Kürbis, eine rote Beete, sechs Kartoffeln, ein Teelöffel getrockneter Thymian, eine Tasse Olivenöl, ein Teelöffel Salz.

Zubereitung: Gemüse waschen und putzen und in gleich große Stücke schneiden. Sind die Kartoffeln und Möhren frisch, müssen diese nicht geschält, sondern nur gewaschen werden. Das geschnittene Gemüse in einen große Schüssel geben und mit Salz und Thymian würzen.

Eine Tasse Olivenöl über das Gemüse in die Schüssel geben und alles gut miteinander vermischen. Dann alles auf ein großes Backblech geben und 30 Minuten bei 200 Grad (Ober- und Unterhitze) im Backofen backen.