Ein Ort für Kaffeenerds und Weintrinker

Von der Weinhandlung zum Café zur Bar: Im von & zu in der Maxvorstadt kann es Stammgästen schon mal passieren, dass sie ihren Platz nicht mehr finden.

Die Kaffeemaschine im “von & zu” ist so etwas wie die Hassliebe des Teams. Wer neu anfängt, macht erst einmal den ganzen Tag nichts anderes als die 70 Jahre alte La San Marco zu bedienen, um sich mit ihr vertraut zu machen. Manchmal kommen Kaffeenerds vorbei, nur um dem Barista beim Espresso machen zuzuschauen, weil kein anderer Gastrobetrieb noch eine so alte Maschine verwendet. Aber der Espresso, der schmeckt wunderbar.

Die Kaffeemaschine ist nicht die rüstigste Rentnerin in Anstellung. Die Maschine, die den Parmaschinken schneidet, ist schon 100 Jahre alt. Antonio von Schirnding sammelt Antiquitäten, seine Café- und Weinbar ist Abbild dieser Leidenschaft. “Ach, ist das schön hier”, ist der meistgesagte Satz von Gästen, die das “von & zu” zum ersten Mal betreten.

Gäste, die das “von & zu” öfter betreten, finden oft ihren Stammplatz nicht mehr, weil das Lokal mit der gleichen Leidenschaft umdekoriert und umarrangiert wird, mit der es ausgestattet ist. Bilder von den Winzern und ihren Weingütern hat der Münchner Künstler Cyril Mariaux an die Wand gemalt. Ganz früher war eine Lackfirma in dem Garagenanbau an der Paul-Heyse-Villa untergebracht, “Rosner Lacke”. Dann eröffnete Ferdinand von Schirnding dort eine Weinhandlung. Vor zwei Jahren erweiterte der Sohn sie zu einem Café, und seit diesem Frühjahr kam auch die Konzession für den abendlichen Barbetrieb hinzu.

Wenn also nicht gerade eine Hochzeit stattfindet, sitzen abends Gäste an den großen Tischen beieinander, auf der zersägten Badewanne vor dem Laden oder draußen auf den bunten Stühlen, aufgereiht an der Mauer der Paul-Heyse-Villa. Manchmal verirren sich Gäste mit ihrem Weinglas auch auf das offene Deck des alten Landrovers, der ab und an vor dem Lokal geparkt ist, denn die Schirnding-Sammelleidenschaft erstreckt sich auch auf Oldtimer. Den Citroën, Baujahr 1928, der im Laden geparkt ist, schiebt das Team nach draußen, wenn eine größere Gesellschaft tanzen möchte.

Es gibt Kleinigkeiten zu essen im “von & zu”, Salate, Pasta, Quiche und Kuchen; der wie vieles hier hausgemacht ist. Selbst die Butter ist handgerührt, und vom nächsten Jahr an kommt der Honig von den Bienenstöcken im Hinterhof, so der Plan. Sonntags ist Brunchzeit, und abends ist die Auswahl auf Käseplatten, Oliven und derlei reduziert, dann trinken die Gäste hier vor allem: Wein. Die Preise sind so fair gehalten, dass auch die Studenten im Viertel zu den Gästen zählen; das 0,1-Glas gibt es ab 2,80 Euro. Viele teilen sich aber gleich eine Flasche. Wenn Wein nicht mehr reicht, gibt es auch Gin Tonics oder Moscow Mules (8,50 Euro). Und, ja, auch ein Tegernseer Helles (3,30), wenn es sein muss.

Im “von&zu” arrangiert man nicht nur gern um, die ehemalige Garage ist auch eine Ideenschmiede für Aktionen: Als das “von & zu” die Konzession für die Weinbar hatte, feierten sie, indem jeder Gast, der “Bitte” sagte, den Wein zum halben Preis bekam. Ein Rikschalieferservice an den Königsplatz scheiterte bisher an der Genehmigung. Aber an schönen Tagen holen sich viele eine Flasche Wein für den Königsplatz. Und wenn die Nacht kühl wird, dann kommen sie doch hinein. Dorthin, wo es so schön ist.