Eine Bar nach Prager Konzept

Das Bier kommt aus dem Tank und die Wurst aus Würzburg: Die Bar Bufet in der Maxvorstadt hat eine gemütliche Gastroidee für sich entdeckt.

Es gibt Bier und Wurst. Genauer: Frischbier und ziemlich gute Wurst. Damit ist das Wichtigste über die neue Bar neben dem altehrwürdig-dauerhippen Café Kosmos vermeintlich schon gesagt. Der Gast soll sich im Bufet, das anstelle eines Burger-Lokals dort eingezogen ist, auf das Wesentliche konzentrieren. Und so fällt beim Reingehen gleich eine imposante Edelstahltheke auf, unter der drei 500-Liter-Tanks stehen.

Daraus zapfen die Wirte unpasteurisiertes Bier der Schlossbrauerei Maxlrainer – besagtes Frischbier. Das Helle wird zwar gefiltert, aber nicht erhitzt; damit trotzdem alle Hygienestandards eingehalten werden, füllt es die Brauerei per Druckluft erst in Transport-Tanks und im Lokal in die Behälter unter der Theke. An der Wand hängt eine Tafel, auf der notiert ist, wann welcher Tank befüllt und angezapft wurde. Serviert wird das Bier in eigens vorgekühlten Gläsern, 0,4 Liter für 2,80 Euro.

Spätestens jetzt fällt auf: Das Konzept im Bufet mag zwar schlicht sein, dahinter steckt aber ziemlich viel Aufwand. Das liegt an Florian Schönhofer und Filip Cerny. Schönhofer betreibt das Café Kosmos, Cerny ist ein Jugendfreund von ihm, dessen Familie aus Tschechien stammt. Bei gemeinsamen Urlauben in Prag haben sie Tankbier für sich entdeckt – und Stehausschank, also die Kombination aus frischem Bier, einer Kleinigkeit zu Essen und einer guten Gelegenheit zum Ratschen.

Als das Burger-Lokal dann an eine andere Adresse zog, nutzten die beiden diese Chance. Das war Anfang Dezember. Bufet, so werde der Stehausschank in Prag auch genannt, sagt Cerny. Er spricht den Namen so aus, wie man ihn schreibt.

Lange hatten sie nach einem Metzger gesucht, der die Tiere selbst hält und schlachtet. Gefunden haben sie ihn bei Würzburg, von ihm kommen die Fränkischen Groben (6,30 je Paar), Knackwürste (5,30 je Paar) oder Rindswurst (4,20 pro Stück), die mit Dachauer Sauerteigbrot, Senf und Kren serviert werden.

Aus Franken kommt auch der Schnaps, der für 2,70 Euro pro Stamperl angeboten wird. Ansonsten ist die Karte recht übersichtlich. Neben Bier und Schnaps gibt es noch Rot- oder Weißwein (3,80 für 0,2l) und ein paar wenige Nicht-Alkoholische Getränke wie Pachmayr-Spezi (2,80 für 0,5l). Wer damit nicht glücklich wird, darf sich notfalls auch nebenan einen Drink holen, man kennt sich ja.

Auch für die Einrichtung hatten die beiden schnell alles beisammen: Auf der einen Seite der Bar sind einige Stehtische, die Cerny eigens in Prag gekauft hat. Darüber hängen Uhren, wie man sie aus Bahnhöfen kennt, nur ohne Zeiger und Uhrwerk. Die Platten für die kleinen Tische gegenüber wurden aus altem Wiener Tafelparkett gefertigt.

Trennwände sorgen dafür, dass man sich fast wie auf einer Wirtshaus-Eckbank fühlt. Seit Februar haben Schönhofer und Cerny das Bufet auch mittags geöffnet und dafür ihre Speisekarte um ein paar warme Angebote erweitert. Man muss nur aufpassen, dass man nicht schon tagsüber versumpft, während man durch die Schaufenster schaut und die Gedanken ein wenig wandern lässt.