Die “Tel Aviv Bowl” ist auch ein Genuss fürs Auge: roter Reis neben grünen, knackigen Zucchininspaghetti und einem Schälchen Hummus, umrandet von saftigen Mangostückchen. (Foto: Florian Peljak)

Eine Schüssel Tel Aviv mitten in München

In Mary’s Coffee Club gleich hinter dem LMU-Hauptgebäude gibt es den ganzen Tag lang Frühstück – mit Einflüssen aus drei Ländern.

Ein neues Café neben einem bereits etablierten Café zu eröffnen, mag riskant klingen. Darin australische mit amerikanischen und israelischen Frühstücksgerichten zu kombinieren, klingt zumindest ungewöhnlich. Doch Mary’s Coffee Club in der Maxvorstadt versucht genau das. Das Café liegt etwas versteckt in der Amalienpassage, gleich neben dem Café Gartensalon . Wie gut das neue Konzept so nah am LMU-Hauptgebäude funktioniert, zeigen die vollbesetzten Stühle im Außen- wie im Innenbereich, sowohl im Gartensalon als auch bei Mary.

Die Einrichtung des Cafés ist stilvoll, aber nicht aufdringlich. Die Kunstlederbänke mit hohen Lehnen erinnern an ein amerikanisches Diner und passen gut zu den messingfarbenen Lampen und der dunkelgrün gefließten Bar, hinter der zwei eifrige Barristas Kaffee in glasierten Tontassen mit filigranen Milchschaumblättern verzieren.

Für Besitzerin Maren Weiss, die ihr Personal beim Servieren unterstützt, ist es nach dem Daddy Longlegs bereits das zweite Café. Da sie selbst Frühstücksliebhaberin ist, gibt es in ihrem neuen Café nun Frühstück den ganzen Tag.

Was gibt’s da und was kostet’s?

Ungewöhnlich für ein Münchner Café sind sicherlich die israelischen Spezialitäten auf der Speisekarte. Da gibt es zum Beispiel die “Tel Aviv Bowl” (9,50 Euro), die auch ein Genuss fürs Auge ist: roter Reis neben einem Nest aus grünen, knackigen Zucchininspaghetti und einem Schälchen Humus. Bestreut ist das Ganze mit schwarzem Sesam, umrandet wird es von saftigen Mangostückchen. Wer noch etwas Käse dazu möchte, kann Feta, Ziegenfrischkäse oder Mozzarella für einen Aufpreis dazu bestellen.

Ebenso schön angerichtet und nicht weniger lecker ist das Gericht “Avo Smash” (12,90 Euro), eine ganze Avocado auf einem gegrillten Sauerteigtoast, bestreut mit Kirschtomaten und Chiliflocken. Besonders an Geschmack gewinnt das Frühstück durch ein zusätzliches Spiegelei und etwas Feta. Wem das dann doch zu herzhaft ist, kann sich aus der Rubrik “Sweet Food” etwas aussuchen. Empfehlenswert ist das von der Inhaberin selbst gebackene Banana Bread mit Mascarpone, Beeren, Nüssen und Honig für 4,90 Euro.

Wer geht da hin?

Obwohl das Café erst kürzlich Eröffnung gefeiert hat, ist es bei hippen Münchner Studierenden mit Vintage-Jeansjacken, hohen Hosenbünden und runden Sonnenbrillen schon bekannt. Auch finden sich hier kleine Geburtstagsrunde unter Freunden ein. Zu Stoßzeiten wird es etwas laut, aber da es Platz für 80 hungrige Gäste gibt, lohnt sich auch eine kurze Wartezeit. Wird es am Nachmittag dann etwas ruhiger, kann auch getrost der Laptop aufgeschlagen werden. Das Wlan-Passwort steht bereits auf dem langen Tisch in der Mitte des Raumes, der bereits an einen luftig gestaltetes Co-Working-Büro erinnert.