Einkaufen, wo das Essen herkommt

Die "Genussgemeinschaft Städter und Bauern" will kleinteilige Landwirtschaft stärken – und das ganze Tier wertschätzen

Es gibt so viele engagierte Bauern, die Landwirtschaft anders machen wollen, und so viele Städter, die besser essen wollen. Aber beide wissen nichts von einander. Das muss sich ändern, fanden ein paar engagierte Städter vor fünf Jahren und gründeten den Verein "Genussgemeinschaft Städter und Bauern". Hervorgegangen ist er aus einem Projekt des Münchner Slow-Food-Conviviums, inzwischen ist er aber längst eigenständig tätig.

In erster Linie will man die Direktvermarktung von Biolebensmitteln fördern und Einkaufsgemeinschaften bilden – nicht nur für Haushalte, sondern auch für Gastronomen. Auf der Vereins-Homepage www.genussgemeinschaft.definden sich dafür bereits zahlreiche Beispiele. "Wir machen Verbraucher zu Koproduzenten und fördern eine wertschätzende Beziehung zwischen Stadt und Land", heißt es dort, "wir stärken eine kleinteilige Landwirtschaft und das traditionelle Lebensmittelhandwerk als Basis unserer Ernährungssouveränität."

Man kann sich bestehenden Einkaufsgemeinschaften anschließen oder selbst welche gründen, da hilft die Genussgemeinschaft auch dabei. "Interessenten können sich da gerne an uns wenden", sagt Marlene Hinterwinkler vom Vorstand. Erreichbar ist man nicht nur im Internet, sondern auch unter der Münchner Telefonnummer 26 76 78. Daneben veranstaltet die Genussgemeinschaft immer wieder auch Hofführungen und Seminare, Kochkurse und Workshops.

Gelegentlich rückt man auch weniger beachtete Lebensmittel in den Fokus, etwa das sogenannte Mehrnutzungshuhn oder Ziegenfleisch. "Wir haben immer eine persönliche Beziehung zum Hof", sagt Hinterwinkler, "ein großes Anliegen ist uns die Wertschätzung des ganzen Tieres und dessen Verwendung." Derzeit fördert die Genussgemeinschaft gerade Ziegenbauern aus ganz Bayern, veranstaltet zum Beispiel Kochkurse dazu mit dem Biokoch Bernhard Wolf, der gerade in Holzkirchen seinen regionalen Biomarkt mit Bistro "Macht Sinn" eröffnet hat. Und ein schönes Rezept für Ziegenfleisch hat Schirin Oeding vom Biohof Michlbauer in der Oberpfalz, der ebenfalls von der Genussgemeinschaft empfohlen wird.

Zicklein-Korma auf Safran-Reis

Zutaten: 200 Gramm Ziegenmilchjoghurt, Saft von zwei Zitronen, ein Teelöffel gemahlener Zimt, ein halber Teelöffel gemahlener Kardamom, ein halber Teelöffel Muskat (frisch geraspelt), 1,2-1,5 Kilo Zickleinfleisch (Schulter, Keule, Bauchlappen, Rücken), 40 Gramm Butter oder Ghee (geklärte Butter), zwei Esslöffel Raps- oder Sonnenblumenöl, zwei Zwiebeln, vier Knoblauchzehen, zwei Esslöffel geriebener Ingwer, ein Teelöffel persischer Safran, zwei Esslöffel Zucker, 80 Gramm gemahlene Walnüsse, sechs Esslöffel frische Kräuter (zum Beispiel Koriander, Petersilie, Kerbel), Salz und Pfeffer, ein halber Liter Wasser, Basmati-Reis.

Zubereitung: Die Hälfe des Joghurts, Zitronensaft, Zimt, Kardamom, Muskat und einen Teelöffel Salz mit dem Zickleinfleisch in eine Schüssel geben. Alles gut umrühren, bis das Fleisch von der Mischung bedeckt ist. Mindestens drei Stunden, am besten über Nacht, ruhen lassen.

Safran in Wasser auflösen (ein Gramm Safran in 100 Milliliter Wasser). Zwiebeln fein hacken und in Butter oder Ghee zehn Minuten sanft anbraten, bis sie weich und glasig sind. Frisch gehackten Ingwer und Knoblauch zugeben. Kurz weiterbraten, dann das Fleisch mit der Marinade sowie den Safran mit seinem Wasser zugeben, dabei etwas Safranwasser für den Reis zurückbehalten. Alles rund fünf Minuten köcheln lassen, bis es etwas andickt. Einen halben Liter Wasser, Zucker, Walnüsse und einen Teelöffel Salz zugeben. Zugedeckt auf kleiner Flamme eine Stunde köcheln lassen. Ab und zu umrühren und abschmecken. Um die Soße einzudicken, zum Schluss zehn Minuten ohne Deckel köcheln lassen. Den restlichen Joghurt und etwas Zitronensaft zugeben, abschmecken und nach Bedarf nachwürzen. Mit Kräutern garnieren. Basmati-Reis zubereiten, das restliche Safranwasser unterrühren. Das Korma auf dem Reis anrichten und servieren.