Einmal Krokodil, bitte!

Exotisches Essen, süffige Cocktails, schickes Ambiente – die “Lotus Lounge” passt perfekt ins angesagte Glockenbachviertel.

Thailänder sind die neuen Italiener. Zumindest in München, zumindest was den Beliebtheitsfaktor angeht. Hatte man früher seinen Lieblingsitaliener, hat man heute seinen Lieblingsthai. Das hat zur Folge, dass in unserer Stadt die asiatischen Restaurants nur so aus dem Boden schießen.

Wen wundert es da noch, dass in Münchens Ausgehviertel, dem Glockenbach, die Lotus Lounge gerade ziemlich angesagt ist. Als wir an einem Samstagabend in dem thailändischen Restaurant ohne Reservierung vorbeischauen, bekommen wir zunächst keinen Platz – war ja zu erwarten. Wir setzen uns deshalb an die Bar, was aber auch keine schlechte Alternative ist. Von hier aus hat man wenigstens den ganzen Laden im Blick.

Die Lotus Lounge ist modern und stilvoll eingerichtet. Das Interieur, das in dunklem Holz gehaltenem Mobiliar, ist schick und stylisch. Als Dekoration stehen überall Orchideen und Lotusblumen auf den Tischen. Auch die Beleuchtung ist angenehm gedimmt. Man fühlt sich von Anfang an wohl.

Als Vorspeise essen wir den in Thailand so typischen Papayasalat (8,40 Euro), der mit Krabben, Erdnüssen und grünen Bohnen zubereitet ist, sowie eine Tom Kha Gai, eine Kokosmilchsuppe mit Hühnchen und Zitronengras (5,90 Euro). Beides ist exotisch und perfekt als Appetizer. Zum Trinken bestellen wir Sprizz und Weinschorle (beide 4 Euro für 0,1 Liter).

Beim Hauptgericht nehmen wir Tintenfisch (15,90 Euro) und – mutig und neugierig wie wir sind – Krokodil (19,50 Euro). Der Tintenfisch ist gebraten und wird mit Zwiebeln, Chili und Koriander serviert, eine gute Wahl. Das Krokodil kommt mit einer Thai-Curry-Sauce auf den Tisch, also einer cremig-nussigen Kokosmich-Curry-Kreation und mit Gemüse. Das Krokodilfleisch schmeckt wie eine Mischung aus Hühnchen und Fisch und mundet – vor allem wegen der delikaten Zubereitung – ausgezeichnet.

Die Gerichte sind bereits auf der Karte als “scharf” gekennzeichnet. Tatsache ist, dass wir beim Essen feuchte Augen bekommen und unser Mund inklusive Lippen selbst eine halbe Stunde nach dem Verzehr noch ordentlich brennt. Wer bei scharfem Essen empfindlich ist, sollte auf jeden Fall die Finger von diesen Varianten lassen.

Die Gäste in der Lotus Lounge sind übrigens charakteristisch für das Viertel: Schicke Pärchen, lässige Cliquen, zahlreiche Schwule. Es herrscht eine entspannte Atmosphäre. Die Kellnerinnen und Kellner, allesamt Thailänder, sind höflich und sympathisch, wenn auch etwas langsam, was aber nicht weiter stört. Bekannt ist die Lotus Lounge zudem für seine gut sortierte Cocktailkarte, was wir nur bestätigen können. Die Barkeeper mixen ununterbrochen Mai Tais, Mojitos, Sex on the beach und Singapore Sling.

Als Dessert wählen wir “Sticky Rice”, also Kokosklebreis mit Mango (7,50 Euro), sowie thailändische Pfannkuchen (6 Euro). Der Reis macht seinem Namen alle Ehre und schmeckt klebrig und schwer, aber gut. Die Pfannkuchen stellen sich als frittierte Blätterteigteilchen heraus. Sie triefen vor Fett, sind aber durchaus wohlschmeckend Serviert werden sie mit Vanilleeis.

Die Portionen in der Lotus Lounge sind sehr reichhaltig, wenn auch nicht ganz billig. Im Grund ist man deshalb nach Vor- und Hauptspeise schon gut satt. Wer sich dann allerdings noch einen Nachtisch bestellt, sieht sich in ernsthaften Schwierigkeiten, diesen auch aufzuessen, zumal thailändische Dessert alles andere als locker und leicht sind.

Glücklich und äußerst gesättigt verlassen wir die Lotus Lounge. Von nun an haben auch wir einen Lieblingsthai.

Lotus Lounge Hans-Sachs-Straße 10, 80469 München, Telefon: 089 / 21 89 97 55, www.lotuslounge.eu/