Einmal Peru und zurück

Pisco Sour, Ceviche, Quinua: Wer kulinarisch etwas Besonderes probieren will, ist im peruanischen Restaurant Nasca richtig. Exotische Leckereien zaubern einen für einen Abend nach Südamerika. Und nach dem Dessert will man gar nicht mehr raus in den verregneten Münchner Sommer.

Wer sich in München kulinarisch überraschen lassen will, hat es nicht leicht. Italiener, Vietnamesen oder Japaner sind selbst in Bayern nichts Außergewöhnliches mehr. Wer etwas Exotischeres probieren will, der muss schon zum Peruaner.

In der Maxvorstadt wird man fündig. Nasca heißt das peruanische Restaurant in der Enhuberstraße/Ecke Theresienstraße. Beim Blick auf die Speisekarte stellen wir fest: Alles da, was man sich von einer Andenküche erwartet. Ceviche, das typische Gericht aus rohem in Zitronensaft und Gewürzen mariniertem Fisch, argentinisches Rind, Hühnchen, Empanadas und selbstverständlich Pisco Sour.

Und mit Pisco Sour (8,50 Euro) beginnen wir dann auch den Abend. Es handelt sich dabei um einen typisch peruanischen Cocktail mit der Basisspirituose Pisco, einem Traubenschnaps, der nach der Stadt Pisco benannt ist. Außerdem beinhaltet der Aperitif Limettensaft, Zuckersirup und Eiweiß. Das Nasca bietet auf der Tageskarte zudem eine Variante mit frischen Erdbeeren an. Die Wahl erweist sich als richtig: Cremig-leichte Konsistenz, nicht zu süß und man schmeckt den Pisco richtig gut heraus. Eine optimale Einstimmung.

Selbstverständlich wollen wir nun auch die Empanadas (7,90 Euro) probieren, sowie Yuquitas fritas (6,90 Euro). Letztere sind frittierte Maniokstreifen, die mit Käsesoße serviert werden. Maniok sind Wurzelknollen und schauen zubereitet ein bisschen aus wie Pommes frites, nur größer und dicker. Auch geschmacklich könnte man sie fast mit Kartoffeln verwechseln. Bei den Empanadas kommen drei verschiedene Varianten. Sie sind gefüllt mit Hackfleisch, Hühnchen und Spinat-Schafskäse. Schon beim ersten Biss fühlt man sich wieder an den letzten Südamerikaurlaub erinnert, köstlich. Nur die Größe der Empanadas lässt etwas zu wünschen übrig, wenn man weiß, dass die Originale in Peru etwa dreimal so groß sind wie im Nasca.

Apropos: Der Name des Restaurants kommt aus einer Zeit, als Südamerika noch nichts von Christopher Kolumbus wusste und die indigenen Kulturen ein von den Eroberern noch unbehelligtes Dasein führen konnten. Seit etwa 200 vor Christus existierte die Kultur der Nazca in Peru, südlich der Hauptstadt Lima. Bekannt geworden ist diese Region wegen der Nasca-Linien, riesige in den Boden gegrabene Bilder von Tieren oder Menschen, die man durch ihre enorme Größe nur vom Flugzeug aus erkennen kann.

Als Hauptgericht bestellen wir Picante de Mariscos (13,90 Euro), eine Zusammenstellung verschiedener Meeresfrüchte (Muschel, Scampi und Tintenfisch), serviert mit einer pikanten Tomatensoße und Kartoffeln. Als Beilage gibt es noch ein Schälchen Reis dazu. Es mundet ausgezeichnet und ist auch nicht so scharf wie in der Karte angekündigt. Außerdem wählen wir Quinua (10,90 Euro), ein vegetarisches Risotto, das aus Quinua, dem “Wunderkorn der Inkas”, Karotten, Zucchini und Paprika besteht. Ebenfalls eine gute Entscheidung, es schmeckt hervorragend – und gesund ist es auch. Nur sind es wieder die kleinen Portionen, die uns etwas hungrig zurücklassen – und die nur auf den ersten Blick günstigen Preise erklären. Zum Hauptgang trinken wir Radler (2,90 Euro) und ein Glas Lugana Weißwein (5,50 Euro).

Was uns angenehm auffällt, ist die nette Atmosphäre im Nasca. Das Lokal ist in Brauntönen gehalten und ein warmes Licht sorgt für gemütliches Ambiente. Auch das Personal ist freundlich und zuvorkommend. Zudem geht alles recht zügig, auf unsere Gerichte müssen wir nicht lange warten.

Als süßen Abschluss ordern wir einen Pastel de Chocolate (5,90 Euro) sowie einen Birnenflan (4,50 Euro). Der Schokokuchen wird warm und mit einem eiskalten Lucuma-Eis serviert. Lucuma ist eine exotische Frucht aus den Anden, die erfrischend-süß schmeckt und die mit dem gehaltvollen Schokokuchen angenehm harmoniert. Auch der Flan aus einer Birnen-Milch-Masse überzeugt uns. Serviert wird er mit einer Karamellsauce und Schlagrahm.

Nach den Desserts sind wir auch endlich satt – und begeistert, dass wir kulinarisch endlich mal wieder etwas anderes ausprobiert haben. Wer eine Dosis Exotik will, braucht nicht gleich in den nächsten Flieger nach Südamerika steigen. Ein Besuch beim Peruaner tut es auch – fürs Erste zumindest.