Einmal Pizza mit Mango, bitte!

Im Restaurant Riva in Schwabing gibt es einen liebevoll verzierten Holzofen und italienische Speisen in ausgefallener Zusammenstellung.

Es ist eine alte Weisheit, die sich in den verschiedensten Lebensbereichen schon oft bewahrheitet hat: Nichts ist so gut wie das Original: Die Discounter-Cola schmeckt zu süß und klebrig, das Berliner Oktoberfest kommt an das Münchner Vorbild nicht heran, und Updance-Coverversionen von zeitlosen Oldies wie etwa “Forever young” von Alphaville sind nur ein lahmer Abklatsch des Originals.

Es gibt aber auch Beispiele, wo diese Regel nicht zutrifft. Der Ableger der Riva Bar Pizzeria in Schwabing ist so ein Fall. Die zweite Filiale des Italieners wurde im Januar 2006 eröffnet und steht dem Vorgänger im Tal schon allein von der Größe her in nichts nach. Im Gegenteil: Mit einer Fläche von über 1000 Quadratmetern ist das Schwabinger Riva deutlich größer als das Pendant im Tal.

Der Gastraum ist von einem Innenarchitekten durchgestylt worden und vermittelt einen lässigen Chic. Besucher sitzen an kleinen Holztischen und -stühlen, von letzteren blättert die dunkel Farbe schon leicht ab. Das wirkt aber nicht schäbig, sondern verleiht dem Restaurant Vintage-Charme. Dekorativ hängen einzelne, große Glühbirnen von der Decke und spenden ein warmes Licht. Breite Spiegel an den Wänden geben dem Gastraum eine zusätzliche Tiefe. An den Wänden ist eine cremefarbene Holzvertäfelung angebracht. Neben dem Innenbereich gibt es auch eine Terasse.

Das Herzstück jeder Pizzeria, den Pizzaofen, wollte das Riva seinen Gästen nicht vorenthalten. Der Holzofen steht für alle gut sichtbar am Endes des Gastraums. Damit er nicht negativ aus dem sorgsam zusammengestellten Interieur heraussticht, ist er durch zahlreiche bunte Mosaiksteinchen in Szene gesetzt.

Und was die Pizzabäcker aus diesem Ofen heraus auf die Tische der Gäste bringen, kann durchweg als sehr gut bezeichnet werden. Die Pizza Rucola für 9,25 Euro etwa war reichhaltig belegt, der Boden dünn und knusprig. Leider hat der Kellner den Parmesan vergessen, den wir vorher als Extrabelag für die Pizza geordert hatten.

Die Karte ist übersichtlich und findet auf zwei DinA4-Seiten Platz. Dennoch hat das Riva dem urbanen Publikum mehr zu bieten als die typischen Standardgerichte beim Italiener. Es gibt beispielsweise Pizza mit geräucherten Entenbrustscheiben und frischem Radiccio oder “Pizza Tartufo” mit schwarzen Trüffeln. Auch die “Pizza Riva” ist ungewöhnlich: Sie ist mit Shrimps, Mango, Curry und Koriander belegt. Egal ob man sich für eine Standard-Pizza oder eines der ausgefalleneren Gerichte entscheidet, die Pizzen kosten 10 Euro aufwärts. Durchaus ein stolzer Preis, den sich nicht jeder leisten kann: Das Publikum im Riva besteht aus gut angezogenen Münchnern um die 30, die nicht so sehr aufs Geld achten müssen.

Dekorativ angerichtetes Essen

Neben Pasta, Pizza und Gnocchi können die Gäste auf Fleisch und Fisch vom Grill bestellen. Die Calamari für 12,50 Euro lagen genau die richtige Zeit auf dem Grill, sie waren saftig und zugleich kross. Die dazu gereichten Rosmarinkartoffel waren würzig. Das angekündigte frische Kräuterpesto jedoch war auf dem Teller fast nicht auszumachen, so klein war die Portion. Zuerst hatten wir ein Schwertfischsteak bestellt, das war aber leider aus – bei der relativ kleinen Karte besonders schade.

Dafür dauerte das Essen nur rund zehn Minuten, noch schneller kam die Vorspeise: Das Carpaccio vom Rinderfilet (9,50 Euro) war so zart, dass man es mit der Zunge zerdrücken konnte, der dazu gereichte Rucola-Salat mit gehobeltem Parmesan harmonierte gut mit dem Fleisch. Der Salat “Primavera” (11,50 Euro) war frisch, reichlich waren auch die sonnengetrockneten Tomaten dazu. Auch das Auge isst im Riva mit: Alle Gerichte sind dekorativ auf dem Teller angerichtet.

Süßer Nachtisch

Die Qualität der Küche ließ auch beim Nachtisch nicht nach, das Zitronensorbetto mit Prosecco (4,90 Euro), das in einem Weinglas serviert wurde, war frisch und fruchtig. Der italienische Klassiker, Tiramisu, überzeugte ebenfalls: Das Dessert (4 Euro) war mit frischen Beeren garniert, der Löffelbiskuit mit genau der richtigen Menge Kaffee getränkt.

Trotz voll besetzer Tische wurde man von jedem Service-Mitarbeiter mit einem freundlichen “Buona Sera” begrüßt. Diese Gastfreundlichkeit war nicht aufgesetzt, wie sich bei der Bestellung zeigte. Der Kellner war zuvorkommend und aufmerksam und blieb es auch, als wir für die Wahl der Gerichte etwas länger brauchten.

Nach dem Essen müssen Gäste noch nicht nach Hause, denn das Riva ist Bar und Restaurant zugleich. Wer sein Budget noch nicht erschöpft hat, kann also noch auf einen Cocktail bleiben.

Riva Bar Pizzeria Schwabing. Feilitzschstraße 4, 80802 München. Telefon: 089/309051801. www.rivabar.com , montags bis sonntags 11.30 Uhr bis 1 Uhr.