Fast wie Gott in Frankreich

Im “Déjà bu” ist der Name Programm. Probierfreudige Gäste können in der neuen Weinbar in der Buttermelcherstraße kleine französische Weingüter kennenlernen. Ob Gänseleberpastete oder Käse: Auch die Speisekarte enthält einige Schlemmereien.

Man muss ja nicht gleich zu den Superlativen greifen und behaupten, dass man einen Kneipenabend wie Gott in Frankreich verbracht hat. Es genügt eigentlich schon, von einem geselligen Sommerabend in Frankreich zu sprechen, den man in der neuen Weinbar “Déjà bu” in der Buttermelcherstraße 2 a genießen kann.

Guter französischer Wein, leckeres Essen und eine charmante Lässigkeit, die selbst dann noch anhält, wenn es eigentlich gerade keinen freien Platz mehr gibt. “Pas de problème”, sagt der Chef und organisiert halt kurzerhand etwas. Mit eben dieser charmanten Lässigkeit.

Nicolas Gilbertas ist Franzose, vor neun Jahren zog er von Paris nach München, vor wenigen Monaten kündigte er seinen festen Job bei einem Autounternehmen, um eine eigene Bar zu öffnen. Natürlich nicht irgendeine. Nein, in München fehlte eine französische Weinbar, befand der 35-Jährige und gründete das Déjà bu. Der Name ist auch Programm. Déjà bu, auf Deutsch “schon probiert”, bezieht Gilbertas ganz direkt auf seine Getränkeauswahl.

Weine gibt es hier nicht nach einer festen Karte, sondern Gilbertas stellt regelmäßig eine neues Angebot zusammen. Rotwein, Weißwein und Rose (Glas: 3,40 bis 4,40, Flasche: 20 bis 45 Euro), man kann sie auch probieren und sie stammen laut Barchef ausschließlich von kleinen französischen Weingütern.

Daneben gibt es auch Bier und andere Getränke, bei den nichtalkoholischen etwa die Orangina. Auf Wunsch sucht Gilbertas das passende Getränk für seinen Gast aus und erzählt von Besonderheiten und Herkunft des Weins. In einer kruden Mischung aus Französisch, Englisch und Deutsch. Aber mit charmanter Lässigkeit, versteht sich.

Und selbst ein deutscher Gaumen, der solch französischen Schweinereien wie Gänseleberpastete und Blutwurst eher nicht aufgeschlossen gegenübersteht, kann sich getrost die Speisekarte im Déjà bu hinauf und hinab schlemmen. Die Gänseleberpaste macht der Chef sogar selbst und sie schmeckt fantastisch. Alle Produkte von der Oliven-Tapenade über die Wurst bis hin zum Käse stammen von kleinen französischen Erzeugern, versichert Gilbertas.

Als Vorspeise (5 Euro) gibt es dann zum Beispiel Auberginenpaste oder Wurst aus Bayonne. Und als Hauptspeise (7 Euro) Quiche mit Salat, Croque Monsieur des Tages oder Blutwurst mit Salat. Schön für eine gesellige Runde am Tisch sind auch die Käse- und Wurstplatten, die es in verschiedenen Größen und Zusammenstellungen gibt (zwischen 8 und 23 Euro). Alles natürlich serviert mit knackigem französischem Baguette. Für den Mittagstisch gibt es außerdem noch günstigere Angebote und Menüs.

Wer eine schlichte, aber schöne Kneipe mit Tresen sucht, der ist im Déjà bu richtig. Eigentlich ist das Déjà bu keine Sportsbar. Darauf legt Nicolas Gilbertas großen Wert. Aber natürlich hat er da diese Leinwand in seiner Kneipe, die er auszieht und den Beamer anwirft, wenn wichtige französische Sportereignisse anstehen. Dazu gehört natürlich auch das WM-Match an diesem Freitagabend, wenn um 21 Uhr Frankreich gegen die Schweiz antritt.