Die neuen Betreiber der Bar Vertigo haben die Räume des ehemaligen Padres an der Müllerstraße ganz neu gestaltet. (Foto: Stephan Rumpf)

Friedliche Übernahme an prominenter Stelle

Zwei ehemalige Mitarbeiter des “Padres” haben an selber Stelle die Bar “Vertigo” eröffnet – und sie generalüberholt. Bald wollen sie wieder das “konstante Partylevel” von früher erreicht haben.

Mehr als ein Vierteljahrhundert hielt sich das “Padres” an der Blumenstraße, dort tranken und tanzten die Münchner schon lange, bevor die parallel verlaufende Müllerstraße vom Party-Mainstream gekapert wurde. Doch das Padres ist Geschichte – es lebe das “Vertigo”. Zwei langjährige Mitarbeiter haben in den Räumen jetzt ihren Traum einer eigenen Bar verwirklicht. “Es war eine friedliche Übernahme”, sagt Patrick Pabst. Zusammen mit seinem Bruder Christoph hat der 39-Jährige das Vertigo eröffnet.

Das Lokal haben sie nach einem Zwischenspiel der Pop-up-Bar “1,2,3 Tiki Tiki” zwar optisch generalüberholt, aber gerne würden die Brüder schon bald wieder das “konstante Partylevel” von früher erreichen. Christoph Pabst sagt: “Wir wissen, was der Laden kann.” Eine Auffrischung hatten die Räume dringend nötig: Rote Wände, ein elf Meter langer Edelstahltresen und Metallgitter an der Decke prägten bis zuletzt das Bild – die Neunzigerjahre ließen grüßen.

Zudem verschwand der DJ früher in einer dunklen Ecke, ohne sein Publikum sehen zu können. Das störte vor allem Patrick Pabst, der hier selber viele Jahre aufgelegt hat. Er montierte sich seinerzeit sogar einen Lkw-Spiegel über Eck, um die Feiernden wenigstens ein wenig im Blick zu haben. Im neuen Vertigo hat das DJ-Pult nun einen prominenten Platz auf der Tanzfläche im hinteren Teil des Lokals bekommen. Hier soll bald so ziemlich alles aufgelegt werden, von Disco House bis Hip-Hop. Nur Schlagermusik hat künftig Hausverbot.

Die massive Theke wurde um einige Zentimeter abgesenkt und hat eine warme Holzverkleidung bekommen. Die Wände leuchten jetzt in einem satten Grünblau. Geblieben ist der große Spiegel hinter der Theke, der die stolze Spirituosen-Sammlung von rund 300 Flaschen ins Unendliche laufen lässt.

Christoph Pabst findet trotzdem direkt die richtigen Flaschen, wenn er seinen Gästen etwa einen “Vertigo Caipi” mit Cachaça, Limette und Rohrzucker mixt. Bruder Christoph hat sich den “St. Lucia Spritz” erdacht, mit Rum, Zitrone, Zucker, Angosturabitter, Minze und Champagner (jeweils 13,50 Euro). Zwischen 17 und 21 Uhr reichen die beiden zum Lillet Wild Berry (8,50 Euro) kleine Snacks wie Oliven und Käse. Der Aperitivo lässt sich jetzt sogar vor der Tür genießen, wo neuerdings ein paar kleine Tische die Gäste willkommen heißen.

Den Namen Vertigo haben die beiden Brüder – die auch zusammen eine Videoproduktionsfirma betreiben – in Anlehnung an den Hitchcock-Klassiker aus dem Jahr 1958 gewählt. Er bedeutet übersetzt so viel wie “Schwindel” oder “Gleichgewichtsstörung”. Ein Zustand, in den die Pabst-Brüder ihre Gäste gerne versetzen wollen.

Adresse: Blumenstraße 41 | 80331 München | Telefon: 089/264263 |Öffungszeiten: Mittwoch und Donnerstag 17 bis 1 Uhr, Freitag und Samstag 17 bis 4 Uhr