Im Kulinariat wird mit Gemüse aus eigenem Anbau oder vom Bauern aus der Umgebung gekocht. (Foto: Sebastian Gabriel)

Frühstück im Gemüsebeet

Samstags steht im Kulinariat im Westend ein Egg Benedict auf der Karte. Serviert wird das Gericht nicht mit Spinat, sondern mit Mangold aus dem eigenen Innenhof.

Das Kulinariat gibt es schon ein wenig länger. Bislang war es aber kein Restaurant, sondern eine Eventlocation. Mieten kann man das kleine Lokal mitten im Westend für private Feiern auch weiterhin. Aber jetzt kann man dort eben auch frühstücken und das – sofern es der Herbst noch erlaubt – am besten zwischen Tomaten, Thymian, Mangold und Physalis im Innenhof.

Wenn es in den Schanigärten entlang der Schwanthalerstraße an einem warmen Herbsttag fast schon zu voll ist für ein wirklich entspanntes Frühstück, bekommt man im Kulinariat ohne Probleme einen Platz, bei schlechtem Wetter notfalls auch im Inneren des Restaurants. Das hat den Vorteil, dass man dem Koch beim Zubereiten der Speisen zuschauen kann.

Was gibt es da und was kostet es?

Das Beste gleich vorweg: Ein Großteil dessen, was auf dem Teller landet, stammt aus den Hochbeeten, die den gemütlichen Innenhof säumen, oder ist zumindest von Bauern aus der Umgebung und in Bio-Qualität. Man weiß also, wo's herkommt – und das schmeckt man auch. Deshalb macht es auch überhaupt gar nichts, dass auf der Frühstückskarte vergleichsweise wenig Gerichte stehen.

Für den kleinen Hunger gibt es etwa eine "Prima Colazione", auf gut Deutsch heißt das: geröstetes Weißbrot mit Ricotta und Honig (5,50 Euro). Wer es morgens lieber üppig mag, für den empfiehlt sich das Egg Benedict (15,50 Euro), das im Kulinariat anders als in den meisten Cafés oder Restaurants nicht mit Spinat, sondern mit, ja klar, Mangold aus dem Garten serviert wird. Verfeinert wird das pochierte Ei mit Sauce Hollandaise und Schnittlauchöl.

Klassisch bayerisch wird es mit dem "Tagwerk Frühstück" (11,50 Euro), das aus einer Laugenbrezn und Bio-Weißwürsten besteht. Wer es lieber süß mag, der kann indes wählen zwischen "Leicht & Frisch" (8,50 Euro) oder "Junky Monkey" (7,50 Euro), wobei ersteres ein Joghurt mit frischem Obst und hausgemachtem Granola ist und letzteres ein geröstetes Bananenbrot, das mit einem Stück gesalzener Butter gereicht wird.

Wem das immer noch nicht reicht, der kann mal einen Blick auf die Mittagskarte werfen, denn die darauf stehenden Piadina und Sandwiches eignen sich ebenfalls hervorragend als herzhaftes Frühstück – und die gibt es auch nicht nur samstags, sondern an allen Tagen, an denen das Kulinariat geöffnet hat.

Besonders zu empfehlen ist etwa das "No Avocado Brot" (10,50 Euro), das, wie der Name verspricht, ganz ohne die grüne Frucht auskommt und trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb – köstlich schmeckt. Statt mit Guacamole ist das Chia-Haselnussbrot nämlich mit einer Erbsencreme bestrichen, als Topping fungiert eine bunte Mischung aus jungem Salat, Kresse und frischen Kräutern und wenn man möchte auch aus einem Spiegelei (2,50 Euro extra).

Auf der Getränkekarte sparen sich die Betreiber des Kulinariat Extravaganzen und vertrauen auf altbewährte Klassiker: Verschiedene Fritz- und Charitea-Limonaden und Schorlen (zwischen 2,80 und 3,90 Euro) sowie Espresso (2,20 Euro), Cappuccino (2,90 Euro) oder Flat White (3,60 Euro).

Wer geht da hin und wie lange bleibt man?

Besonders der Innenhof des Kulinariat ist ein Ort zum Verweilen, denn man hat beim Betreten sofort das Gefühl, nicht mehr in einer wuseligen Großstadt zu sein, sondern irgendwo an einem lauschigen Plätzchen jenseits aller Hektik. Auch im Inneren des Restaurants ist es aber so gemütlich, dass man gerne verweilt.

Das Publikum ist vielleicht nicht ganz so hip, wie etwa im nahegelegenen Bean Batter, dafür aber in jedem Fall tiefenentspannt. Viele Gäste kommen alleine mit einem Buch oder einer Zeitung und werden nur durch ein sehr aufmerksames Personal, das nach weiteren Wünschen fragt, gelegentlich aus ihren Gedanken gerissen.

Das Kulinariat, Schwanthalerstraße 143, 80339 München, Di. bis Fr. 11 bis 17 Uhr, Sa. 10 bis 17 Uhr, www.daskulinariat.de