Im Madam Anne Ekke gibt es die israelische Frühstücksspezialität Shakshuka. (Foto: Robert Haas)

Frühstück unter dem Auge des Waschbären

Shakshuka und Acai-Bowls, Sonnenterrasse und Kunst an der Wand – das neu eröffnete Café Madam Anne Ekke weiß im Glockenbachviertel zu punkten.

Nach wie vor sitzen die Leute lieber draußen als drinnen, und die Freischankfläche Ecke Jahn- und Kolosseumstraße wirkt besonders einladend, mit Schirmen und Pflanzen gespickt. Mittendrin steht die abgesägte Front eines Tuk-Tuks, in der eine Rolle Küchenpapier und eine Sprühflasche verstaut sind, zum Abwischen der Tische. Und zwar zum Abwischen der Tische des neuen Cafés Madam Anne Ekke, nicht für die des Fei Scho direkt nebenan, dessen Fläche bei genauer Betrachtung mit einigen Pflanzenkübeln von der des Cafés abgetrennt ist.

Das Fei Scho ist ein Glockenbachklassiker, der Pho und vegane Nudelschalen serviert. Das Café Madam Anne Ekke ist brandneu eingezogen in den ehemaligen Fahrradladen nebendran. Zusammen bestuhlen sie eine sehr hübsche Ecke im Viertel.

Madam Anne Ekke heißt vielleicht nun einerseits wegen ihrer Ecklage so, andererseits liegt auch gleich um die Ecke ihr älteres Schwesterlokal, das Fräulein Bartels, das seine Kundschaft eher in den Abendstunden entzückt. Die Madame Anne Ekke ist nun hinzugekommen, um die Tagschicht im Glockenbachviertel zu übernehmen, vom Frühstück bis hin zu Aperitif und Flammkuchen.

Was gibt es da und was kostet es?

Speziell das Frühstücksangebot kann sich sehen lassen. Eigentlich ist das komplette Hipster-Wohlfühl-Repertoire abgedeckt. Am Wochenende ganz besonders, da sind zusätzlich noch Brunchgerichte im Programm. Buttermilchpancakes mit Speck und Ahornsirup oder, in einer süßen Variante, mit Früchten und Ahornsirup (8,90 Euro) gibt es zum Beispiel bis 14 Uhr, oder auch Kartoffelrösti mit Räucherlachs, Meerrettichcreme und Avocado (9,50 Euro). Selbstverständlich darf auch das Avocadobrot nicht fehlen. Das gibt es in allerlei Varianten, mit Chili-Orangenöl (7,90 Euro) oder auch mit Spiegelei (bio natürlich), Räucherlachs oder Speck (1,50 bis 2 Euro extra).

Unter der Woche ist die Madam Anne Ekke schon früh für ihre Gäste da. Ab acht Uhr gibt es etwa die israelische Frühstücksspezialität Shakshuka (9,50 Euro), die aus Tomatensugo, Eiern, Zwiebeln und Paprika zubereitet wird. Für die Frühstückslöffler-Fraktion werden eine Acai-Smoothie-Bowl aus pürierten Beeren mit frischen Früchten und Granola (7,90 Euro) oder Hafermilchporridge (6,90 Euro) angeboten. Und allerlei Rührei-Varianten oder die "Stramme Anne Ekke" mit Spiegelei und gebratenem Speck auf Brot, getoppt von Parmesan und Chiliflocken (7,50 Euro).

Frühstück gibt es momentan bis 12 Uhr, wer zu spät kommt, kann bis 17 Uhr etwas aus der Snackkarte mit Sandwiches und Broten wählen. Mittags gibt es wechselnde Tagesgerichte und abends, wenn statt Cappuccino (2,90 Euro), Iced Latte (2,90 Euro) oder selbstgemachter Orangen-Kardamom-Limonade (4,50 Euro) dann Bier und Aperitifs auf dem Tisch stehen, bereiten Flammkuchen die Grundlage für einen langen Abend.

Wer geht da hin?

Das Madam Anna Ekke ist ganz neu im Viertel. Nichts ist so schön wie ein bisschen Bewegung momentan, Neueröffnungen statt geschlossener Türen, aus denen To-go-Mahlzeiten herausgereicht werden. Die "Schwester" Frau Bartels erfreut sich großer Beliebtheit, weswegen das Anne Ekke quasi schon seit der Eröffnung eine Fanbase hat. Und dann sind da noch die Besucher, denen es schlicht egal ist, ob sie ihre Limonade aus dem Fei Scho oder von dem Neuzugang serviert bekommen, so lange sie die auf der hübschen Eckterrasse genießen können.

Im Anne Ekke sitzt ein Querschnitt der Glockenbackbevölkerung, also eher junge und junggebliebene Menschen mit großen Sonnenbrillen in regen Gesprächen. Ein Kinderwagen wird gerade geparkt und ein Mann, der vielleicht gerade zu alt ist für eine Technoparty, genießt seinen Cappuccino ganz in Ruhe.

Wie viel Zeit bringt man mit?

Zumindest ein wenig Zeit sollte eingeplant werden. Allein schon, um das hübsche Interieur der Tagesbar zu würdigen. Da ist die stilvoll geflieste Wand hinter der Bar oder die von dem Künstler Günther Kempf bunt gestaltete Wand voll wundersamer Figuren, Waschbären und Sprüchen. Dazu ein taubenblau angemalter Tresen und Stühle, die aus der eigenen Schulzeit stammen könnten – fertig ist die neue Hipstertagesbetreuung im Viertel.

Madam Anne Ekke , Kolosseumstraße 6, 80469 München, Di. bis Fr. 8 bis 22 Uhr, Sa. 9 bis 22 Uhr, So. 9 bis 21 Uhr, 089 45240141, info@madamannaekke.de