Gäste im Café Kaiserschmarrn auf dem Oktoberfest (Foto: Robert Haas)

Frühstücken im Disneyland des Oktoberfests

Der Kaiserschmarrn wird im gleichnamigen Wiesn-Zelt in einer gigantischen Pfanne zubereitet – und gerne auch mal mit Tischfeuerwerk serviert.

Auf der Balustrade des Zuckerschlosses tanzen eine Teekanne, ein Rührlöffel und ein bärtiger Schneebesen – umrahmt von zwei Türmen mit Krönchen. “Fast wie in Disneyland”, sagt eine Passantin zu ihrer Begleitung. Das Café Kaiserschmarrn auf der Wiesn ist optisch eine Wucht. Von den Türmen rinnt weißer Zuckerguss, verziert mit dutzenden Brezen, Nussschnecken, Croissants und Törtchen.

Wer die schwere Eingangstür öffnet, steht vor einer ungewöhnlichen Ahnengalerie. Jede Figur von der Balustrade hat hier drinnen nochmal ihr eigenes Portrait. Der bärtige Schneebesen, erfährt der Besucher, heißt Kaiser Schmarrn I, der Rührlöffel Kaiserin Rosine. Skurril, aber charmant.

Gleich hinter dem Eingang hat sich eine kleine Gruppe Besucher um ein Fenster zur Küche gescharrt. Dahinter wird in einer gigantischen Pfanne eine Ladung Kaiserschmarrn zubereitet.

Was gibt es da und was kostet es?

Wenn das Café den Kaiserschmarrn schon im Namen trägt, fühlt man sich als Gast verpflichtet, den zu probieren. Wer sich für die süße Mehlspeise entscheidet, hat die Wahl aus acht Varianten. Eine klassische Version mit Rosinen und Apfelmus gibt es – ebenso wie die mit Zwetschgenröster – für 13,60 Euro. Die Version mit Vanillesoße kostet 14,20 Euro.

Wem das nicht genug ist, kann zum Kaiserschmarrn Bavaria greifen: Der kommt mit Mohnzucker, Vanillesoße und Omas Zwetschgenröster (15,20 Euro). Der Gipfel der Dekadenz ist das Kaiserschmarrn Triple: Für 36 Euro gibt es die Mehlspeise, serviert mit Apfelmus, Zwetschgenröster und Marille. Ein kleines Tischfeuerwerk inklusive. Wer sich fürs Triple entscheidet, sei gewarnt: die Portion ist riesig.

Der Kaiserschmarrn selbst ist nicht unbedingt der fluffigste. Aber dafür, dass er in großen Mengen in einem Oktoberfestzelt hergestellt wird, ist er durchaus gut und mit ordentlich Butter versehen. Wahlweise mit oder ohne Rosinen.

Wer es am Morgen lieber herzhaft mag, kann im Wiesn-Zelt noch aus fünf Frühstücksangeboten wählen. Darunter das Kini-Frühstück mit geräuchertem Lachs, Kräuterrührei, geriebenem Meerrettich, Butter, rustikalem Weißbrot und einem Gläschen Prosecco (16,40 Euro). Oder das Wiesn-Frühstück mit Farmer Schinken, Schwarzwälder Schinken, Emmentaler, Frühstücksei, Butter, Marmelade, Weißbrot, Mehrkornsemmel und Croissant (12,80 Euro).

Die Frühstücksteller, die von Bedienungen auf riesigen Tabletts durchs Zelt balanciert werden, sind ansprechend angerichtet und die Portionen ordentlich.

Wer geht da hin?

Im Café Kaiserschmarrn trifft man die heitere Frauenrunde genauso wie Senioren in Tracht, junge Pärchen und die Familie mit Kind. Das gilt am Wochenende genauso wie unter der Woche. Aber: Man muss sich das Frühstück im bunten Zuckerschloss leisten können.

Die Preise sind, wie auf dem Oktoberfest kaum anders zu erwarten, hoch. Besonders was den Kaffee angeht. Der Latte Macchiato kostet 6,70 Euro, der Cappuccino 6,80 Euro, der Espresso doppio 5,50 Euro. Wen solche Preise nicht abschrecken, kann im Kaiserschmarrn einen Kurzurlaub in eine zuckersüße Fantasiewelt genießen.

Café Kaiserschmarrn, Matthias-Pschorr-Straße 47, 80336 München, Öffnungszeiten: Nur während des Oktoberfests, Mo-Fr von 10 bis 23 Uhr, Sa, So, Feiertag von 9 bis 23 Uhr.