Die vegetarischen Brote werden im Berg und Mental liebevoll verpackt. (Foto: Catherina Hess)

Frühstücken im Mental Health Café

Im Berg und Mental gibt es frisch gepresste Säfte und leckere vegetarische Brote. Aber auch seiner psychischen Gesundheit kann man in dem Café etwas Gutes tun.

Auf den ersten Blick erinnert das Berg und Mental in der Thalkirchner Straße ein wenig an eine moderne Berghütte: Die Theke, der Boden und die Tische sind aus dunklem Holz, die Stühle aus grünem und grauem Filz. Doch das Berg und Mental ist mehr als nur ein Münchner Café , das seine Liebe zu den Bergen in seiner Inneneinrichtung zum Ausdruck bringt.

Direkt am Eingang gibt es eine große Auswahl an Flyern und Broschüren für Seelsorge- und Beratungsstellen, für Seminare und Workshops zu Themen wie Selbstbewusstsein, Depressionen, Sucht oder Suizid. Links daneben, auf der Fensterbank, schläft Pino. Pino ist der "Emotional Support Hund" des Berg und Mental, wie ein liebevoll gestalteter Zettel verrät. "Wenn du mit mir kuscheln willst, ruf mich und nimm mich mit zu deinem Tisch", steht da. "Ich freue mich auf Kraulen und Akku aufladen."

Den Akku aufladen – das soll in dem Lokal, das sich als Deutschlands erstes Mental Health Café bezeichnet , für jeden Gast möglich sein. Dabei geht es nicht etwa ums leere Smartphone, das dringend an die Steckdose muss, sondern um etwas, worum sich zu oft zu wenig gekümmert wird: die eigene psychische Gesundheit. Als "Fitnessstudio für den Geist" und "Ruheort in der lauten Großstadt" will das Berg und Mental eine Anlaufstelle für ernste Themen sein. Das Café versucht dabei, Prävention und Information mit etwas Angenehmem zu verbinden.

Was gibt es da und was kostet es?

Nicht nur die mentale Gesundheit, auch seinen Magen kann man im Berg und Mental stärken – mit regionalen Produkten aus der Münchner Bäckerei Mauerer und vom Bio-Großhändler Epos. Diejenigen, die es morgens süß mögen, können ein Croissant, einen Cookie oder Kuchen mit einem Heißgetränk ihrer Wahl kombinieren (ab 5,50 Euro). Unter den herzhaften Gerichten ist der "Hüttenschatz" besonders empfehlenswert, ein Körnerbrot mit Weichkäse, Rucola und Feigensenf für 4,80 Euro. Die "Fernsicht" – Brot mit Hummus, gegrillter Zucchini und Babyspinat – ist die vegane Alternative für 5,30 Euro und auch sehr lecker. Fleisch oder Fisch gibt es im Berg und Mental nicht.

Zum Trinken werden die üblichen Kaffee-Variationen angeboten. Daneben gibt es Tee, kalte Getränke und – was zugegebenermaßen eher untypisch für eine Berghütte ist – alkoholfreie Biersorten. Die frisch gepressten Säfte, die in verschiedenen Größen für 3,50 Euro und 4,90 Euro angeboten werden, sollen für innere Entspannung sorgen. Wer "Immer locker bleiben" bestellt, bekommt eine Mischung aus Banane, Spinat, Mandel und Kokoswasser. "Sonnenstrahl" heißt ein Saft aus Apfel, Karotte und Zitrone mit Petersilie und Ingwer. Die ungewöhnliche Kombination "Was für's Herz" aus Karotte, Sellerie und Roter Beete klingt zwar gewöhnungsbedürftig, schmeckt aber gut – und passt farblich zum Namen.

Alle Speisen und Getränke bestellt man selbst an der Theke. Gebucht werden sie nicht auf eine Tisch-, sondern eine Zimmernummer, die auf einem Schlüssel steht, den man beim Bestellen bekommt. Gezahlt wird erst am Ende des Aufenthalts – wie in einer richtigen Berghütte eben.

Wer geht da hin?

Mit verschiedenfarbigen Fahnen, die auf den Tischen aufgestellt werden, kann man andere Gäste wissen lassen, wie gerne man mit ihnen ins Gespräch kommen möchte: Von Gelb ("Super gerne reden") bis Rot ("Bitte nicht anquatschen") wird im Berg und Mental alles toleriert. "It's okay not to be okay" – diese Botschaft will das Café seinen Gästen mitgeben. Das Berg und Mental ist aber nicht nur eine Anlaufstelle für Menschen, die ein akutes Problem haben, sondern für alle, die ab und zu mal ihren Akku aufladen wollen.

Adresse: Thalkirchner Straße 62, 80337 München, 089/90179751, Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag und Samstag 9 bis 18 Uhr, Freitag 9 bis 21 Uhr, Sonntag 10 bis 18 Uhr, www.bergundmental.de