Frühstücken mit dem besten Ausblick über die Innenstadt

Das Café im Vorhoelzer Forum kann Frühstück und Münchner Chi-Chi am Abend in Perfektion. Ein Glück, dass es nicht so leicht zu finden ist.

Die fragenden Blicke beim ersten Besuch verraten einen sofort: Offensichtlich ist man kein Student, auch kein Mitarbeiter der Uni – sondern auf der Suche nach Kaffee und einem ganz besonderen Ausblick über die Stadt. Nur, wo ist denn dieses angeblich so spektakulär gelegene Dachterrassencafé? Ein scheinbar provisorisch ausgedruckter Zettel in der Eingangshalle der Technischen Universität weist einen schließlich nach links den Gang runter. Vorbei an Aushängekästen, in denen der TU-Präsident seine neusten Mitteilungen verkünden lässt, vorbei an Seminarräumen und ratschenden Studenten, bis man schließlich zu zwei schmalen Aufzügen gelang, die einen in den fünften Stock des TU-Gebäudes bringen.

Oben angekommen eröffnet sich der Blick über die Stadt: Theatinerkirche, Rathaus, die Türme der Frauenkirche, zu Füßen die Pinakotheken und der moderne Bau der Hochschule für Fernsehen und Film – und wer einmal ums Eck geht, blick nach Norden zum Olympiapark und nach Schwabing.

Das Café ist in schlichtem Weiß gehalten: die Wände, die Designerstühle, die Lampenschirme. Auf der Dachterasse fläzen Studenten in Liegestühlen. Drinnen geht einer sein Uniskript nochmal durch. Eine asiatische Reisegruppe (mit Reiseführer, der anscheinend den Weg kannte) mischt sich mit Münchnern, die eigentlich gemütlich einen Kaffe trinken wollten.

Im Café Vorhoelzer gibt es keine Speisekarten, man liest die Angebote von einer schwarzen Wandtafel ab und bestellt direkt am Tresen. Dort bereitet der Barista dann Kaffee zu, verkauft nebenbei kleine Kuchenstücke, Muffins und Paninis.

Morgens von 9 Uhr bis mittags um 12 Uhr gibt es verschiedene Frühstücksteller, die sehr bodenständig sind: Weißwürste mit Brezn und süßem Senf (6 Euro), Käse- oder Wurstplatte (6,90 Euro bzw. 7,90 Euro) oder, wer es etwas üppiger mag, die große Vorhoelzer-Spezial-Platte (12,50 Euro). Bei Letzterer bekommt man einen Frischkäse-Bagel, Lachs, Käse, Tomaten, Gurken, Guacamole, sowie eine Auswahl an Wurst und Ei (beides Bio).

Dass man hier nicht in einer gewöhnlichen Café-Bar gelandet ist, wird am Eingang deutlich. Hier hängt eine Tafel mit den Hausregeln: Alkohol Montag bis Freitag erst ab 17 Uhr, steht da. Für menschliche Bedürfnisse möge man bitte das Uniklo im vierten Stock aufsuchen. Und: Kaffee wird von 9.30 Uhr bis 10.30 Uhr Uhr kostenlos ausgeschenkt – allerdings nur für Studierende der Fakultät Architektur an der TU. Für alle anderen gibt es beispielsweise einen kleinen Cappuccino für 3,20 Euro, Filterkaffee für 1,50 Euro oder Eiskaffee für 4,50 Euro – an sich moderate Innenstadtpreise und für den Ausblick, den man geboten bekommt, fast ein Schnäppchen.

Ein Frühstück genießt man am besten auf der großen Dachterrasse auf einem der kleinen Tischchen direkt an der gläsernen Balustrade. Für den Sundowner bietet das Vorhoelzer keine umfangreiche Bar, keine ausgefeilten Cocktails. Stattdessen findet man eher die typischen Getränke der Münchner Schickeria: Prosecco, Sprizz, ein Vorhoelzer Kir, das Übliche halt. Doch das verzeiht man schnell – bei der Aussicht.