Frühstücken, wo einst Züge abfuhren

Das Café Alex im denkmalgeschützten alten Pasinger Bahnhof ist ein Gegenpol zur Hektik in den angrenzenden Arcaden – und lockt sonntags mit einem opulenten Brunch.

Er sollte eine Visitenkarte für das Viertel werden, und fünf Jahre nach der Sanierung können die Pasinger getrost sagen: Das ist der alte denkmalgeschützte Bürklein-Bahnhof auch geworden. 2011 hergerichtet, sollte das rötliche Ziegelstein-Gebäude am Pasinger Bahnhof mit dem Café Alex darin der entspannte Gegenpol zum Shopping-Erlebnis in den Pasing Arcaden gleich nebenan werden.

Das hat geklappt. Im Inneren lädt das Café zum Einkehren ein, auf zwei Etagen und in zwei gläsernen wintergartenähnlichen Seitenarmen unter alten Holzbalken. Das Obergeschoss kommt – im Gegensatz zum unaufgeregten Erdgeschoss – elegant daher, mit Sesseln, aufgereihten Wein- und Sektflaschen und der ein oder anderen Botschaft an die Gäste. “Ein Tag ohne Lächeln ist ein verlorener Tag” oder “Das Geheimnis des Glücks liegt im Genuss” steht da auf Bannern über den Köpfen der Cafébesucher.

An schönen Tagen, dann, wenn die großen Sonnenschirme aufgespannt sind und dem Vorplatz ein wenig italienisches Flair einhauchen, ist draußen kaum ein freier Tisch mehr zu bekommen. Auch das Frühstücken sollte man sich an Wochenenden oder Feiertagen nicht allzu spontan überlegen, denn die Plätze im Inneren sind häufig schon Tage, wenn nicht länger im Voraus ausgebucht.

Wer rechtzeitig reserviert hat, den erwartet ein opulentes Sunday-Brunch-Buffet. Rührei, frischer Obstsalat, Müsli, Kuchen, Lachs, ofenfrisches Brot, das mag ja noch nicht sonderlich überraschen. Aber Rigatoni mit Meeresfrüchten, Pfefferhähnchen und Pestoreis? Gemüsesuppe und Speckbohnen? Und danach noch Schoko- und Vanillepudding?

Wer hier herkommt, möchte länger Zeit verbringen

Diese Gerichte zeigen: Ins Café Alex geht nicht, wer einfach nur frühstücken will, sondern wer dort Zeit verbringen möchte. Vor allem Freunde, die wieder einmal lange quatschen wollen, treffen sich hier, oftmals nur zu zweit oder zu dritt. Das Buffet wird sonn- und feiertags um 9 Uhr aufgetischt, theoretisch kann bis 14.30 Uhr gegessen werden. Egal, wann der Gast kommt: Er findet zu jeder Uhrzeit etwas Passendes. Semmeln mit Marmelade für den Morgen, Mini-Weißwürste für die Spätaufsteher, etwas Deftiges für die Nachtschwärmer, Mittagessen für die, die um 13 Uhr schon ihre erste Einkaufsrunde in den Pasing Arcaden hinter sich haben.

So viel Angebot hat freilich seinen Preis: 15,20 Euro sind nicht gerade wenig, denn die Getränke kommen – mit Ausnahme eines Glases Orangensaft – noch dazu. Für 1,90 Euro Aufpreis können Gäste noch ein Glas Sekt dazubestellen. Was die Bedienung angeht, hat das Café aber deutlich Potenzial nach oben: Auf die Getränke oder darauf, die Bestellung aufgeben zu können, muss der Gast aber mitunter lange warten.

Unter der Woche kostet das Frühstück deutlich weniger: 9,50 Euro sind es dann. Alternativen zum Brunch-Buffet für Leute, die nicht so üppig frühstücken oder so viel Geld ausgeben wollen, gibt es nur eine: das kleine Frühstück (5,20 Euro) mit zwei Croissants, Butter, Marmelade und einer Tasse Kaffee oder Tee.