Gesehen werden im ehemaligen Banktresor

H’ugo’s Tresor Club ist der zweite Member-Club der Stadt. Nur Prominente haben garantiert keine Probleme reinzukommen.

Einen besseren Ort kann man für einen exklusiven Club kaum finden: die Räume einer ehemaligen Bank, mit Tresor und einer richtig harten Tür. Die hat im neuen “Tresor-Club” der italienischen Restaurantbar “H’ugo’s” am Promenadeplatz einen Durchmesser wie Hugo Crocamos Riesenpizzen. Es ist ein Club im Club, der die schwierige Aufgabe jedes Member-Konzepts lösen muss: abweisend und einladend zugleich sein.

Beim H’ugo’s ist es bislang ja ohnehin schon so, dass es vor dem Zugang eine Tür mit sehr kritisch blickendem Türsteher gibt. Nicht jeder darf in den heiligen Innenhof und eine Trüffelpizza ordern, die mit 17,90 Euro zu Buche schlägt. Nun gibt es aber seit vergangener Woche noch ein weiteres Level im beliebten Münchner Spiel des Ich-komm-da-rein-und-du-nicht.

Wer es vorbei an der Security in den Innenhof geschafft hat, wo seit Jahren gute Pizza von guten Kellnern an die gut geschminkten Damen und gut situierten Herren serviert wird, die dazu gute Stimmungsmusik hören, die wiederum fast jeden Abend einige der Damen dazu bringt, auf den Tischen zu tanzen. Wer es also dahin geschafft hat, kann versuchen, die nächste Hürde zu nehmen.

Das H’ugo’s war bislang ohnehin schon ein Club, in dem der Gast bei einem Glas Wein oder Bier (0,33 Augustiner Hell für 4,40) sowohl nach schönen wie nach berühmten Menschen Ausschau hält. Bayern-Spieler Rafinha ist am Samstag zum Beispiel da, um sein Tor vom Nachmittag zu feiern, sein Offensiv-Kollege Franck Ribéry ist ohnehin Stammgast. Und nun hat Wirt Crocamo noch einmal neue Verlustierflächen eingerichtet, insgesamt auf etwa 300 Quadratmetern, alles zum feiern und gesehen werden. Die Mitgliedschaft ist kostenlos, im Unterschied zum Hearthouse am Stachus, dem zweiten Member-Club der Stadt.

Man geht durch das Lokal bis zum hinteren Ende, wo am Empfang ein Concierge nach der Mitgliedsnummer fragt. Von dort hat der Gast die Wahl: erst einmal zum Nachtisch eine kleine Süßigkeit? Der Candy-Shop mit Lollys und weiteren pappsüßen Sauereien liegt gleich rechts, geradeaus geht es in den Hauptraum, in Ibiza-weiß wie die meisten Räume hier und mit einer aufwendigen 3D-Videobeleuchtung. Zwei Bars, Sitzecken und eine VIP-Lounge gehören dazu. “Die ist von Franck”, sagt Crocamo. Und Franck, also der Kicker, kann, wenn er da ist, durch ein blitzblaues Quallenaquarium hindurch in den Gang sehen, wer kommt, ihn selbst sieht man allerdings nicht.

Im Untergeschoss dann das Prunkstück: die ehemaligen Schließfachräume samt wuchtiger Tresortür. Hunderte goldschimmernde Schließfächer an den Wänden, leer und verschlossen, dazu Gangsta-Rap wie bei einem Überfall, beste Kulisse für zwei weitere Räume, einen mit langer Tafel für besondere Meetings und einer als Nebenclub mit Bar. Die Originalschlüssel hat alle der Wirt, die Mitglieder bekommen einen neuen, einen passenden H’ugo’s-Schlüssel: biegsam, aus Plastik und ohne Funktion – aber dafür schön golden.