Günstig und gemütlich

Porridge, Brotzeitbrettl und hausgemachte Kuchen: Im Henry hat Hunger in der Au wird in der Nähe der Isar unaufgeregt gefrühstückt.

Die Blätter verfärben sich, es wird kühler. Der Herbst ist in München angekommen. Und da gibt es nichts Schöneres, als nach einem Spaziergang an der Isar in ein wohlig warmes Café einzukehren. Das Henry hat Hunger könnte sich hierfür nicht besser eignen. Liegt das Café doch direkt an der Corneliusbrücke. Hier wird nicht nur kräftiger Kaffee angeboten, sondern auch hausgemachte Kuchen und am Wochenende eine kleine Frühstückskarte.

Im Henry hat Hunger gibt es drinnen – der Pandemie und den Abständen geschuldet – gerade einmal drei Tische. Um hier einen Platz zu ergattern, muss man Glück haben. Aber immerhin nicht mehr ganz so viel Glück wie vor dem Umzug des Cafés. Denn bis Juli hatte das Henry hat Hunger gerade einmal 15 Quadratmeter. Jetzt ist fünfmal mehr Platz. Weit musste Inhaberin Sandra Mayr die Umzugskartons nicht tragen, ihr Café ist innerhalb desselben Hauses umgezogen.

Ihrem Stil ist sie im "neuen" Henry treu geblieben. Die Einrichtung ist zusammengewürfelt und wild gemütlich: aus Korb geflochtene Stühle, Holzhocker, Kakteen und Efeu. Auf den Vintage-Tischen stehen Trockenblumen. Über die ganze Fensterfront zieht sich eine Art Fensterbank, auf der es sich gemütlich sitzen lässt.

Mayr ist Quereinsteigerin. Eigentlich hat sie in der Mode- und Sportbranche gearbeitet. Die Selbstständigkeit brachte dort aber nicht genug Geld ein, also jobbte sie in der Gastronomie. "Das hat mir dann irgendwann einfach mehr Spaß gemacht", sagt sie. Schließlich eröffnete sie im Jahr 2014 das Henry hat Hunger. Der Name stammt vom Café Henry, das zuvor in dem kleinen Laden an der Zeppelinstraße beheimatet war. Mayr arbeitet nicht nur in der Au, sie lebt auch im Viertel – wie viele ihrer Mitarbeiter. "Wir lieben unseren Kiez", sagt die Münchnerin.

Was gibt es da und was kostet es?

Das Henry hat Hunger ist günstig. Der Cappuccino (2,80 Euro) schmeckt stark und vollmundig. Wer in dem Café bereits vor seinem Isarspaziergang vorbeischaut, kann sich ein warmes Getränk mit in den kühlen Herbst nehmen. Für alle Nicht-Kaffeetrinker gibt es heiße Schokolade oder Chai-Latte (beides 3,30 Euro).

Passend zum Kaffee bietet das Henry hat Hunger hausgemachte Kuchen (Stück je 3,30 Euro), Franzbrötchen (2 Euro) oder Croissants (natur 1,50 Euro, gefüllt 1,80 Euro). Der Käsekuchen überrascht, weil er nicht nur lecker, sondern gleichzeitig anders ist als das, was man in vielen anderen Cafés bereits gegessen hat. Der Kuchenboden schmeckt nach Spekulatius. Wer es nicht so süß mag, bestellt sich eine belegte Semmel. Das Oliven-Ciabatta mit Ziegenkäse und getrockneten Tomaten wird kurz getoastet und erinnert geschmacklich an Urlaub in Italien (3 Euro).

Am Wochenende kann man aus der Frühstückskarte wählen. Auf Holzbrettern wird eine Auswahl an Käse und Wurst serviert, auch eine vegetarische Variante ist auf Wunsch möglich (7,50 Euro). Der gesunde Start in den Tag klappt mit einem Joghurt mit Obst (4 Euro) oder einem warmen Porridge (ohne Topping 4 Euro, mit 5 Euro).

Was fällt besonders auf?

Vielleicht auch weil die Preise so günstig sind, isst und trinkt ein bunt gemischtes Publikum im Henry hat Hunger. Kinder und Jugendliche aus den umliegenden Schulen ratschen bei einem Kaffee nach Schulschluss, Mittvierziger treffen sich auf ein Stück Kuchen, eine ältere Dame liest während ihres Mittagessens ein Buch. Das Henry hat Hunger wirkt weniger wie eines jener hippen Cafés, für die manche am Sonntag zum Brunchen durch die ganze Stadt reisen, sondern mehr wie ein Treffpunkt fürs Viertel – gelassen und gemütlich münchnerisch. So wie die Au eben ist.

Henry hat Hunger , Zeppelinstaße 27, 81541 München, Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 8 bis 17 Uhr, Samstag und Sonntag 10 bis 17 Uhr, info@henryhathunger.de



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