Hauptsache keine Hipster-Bar!

60er-Jahre-Fliesen und ein mit Autolack angesprühter Tresen: Im “Schwarzen Dackel” lebt ein Teil der Vorgänger-Boazn “Ausstellungspark” weiter.

Die Kneipe mit dem ungewöhnlichen Namen Ausstellungspark war eine klassische Westend-Boazn. Als sie geschlossen hatte und David Metz, David Walker und Pawel Szczypinski ein Nachfolge-Lokal planten, war für sie klar: Es soll keinesfalls eine durchgestylte Hipster-Bar werden. “Es soll ein entspannter Laden sein, wo die Leute gute Qualität bekommen, aber Spaß haben”, sagt Metz.

Schwarzer Dackel, so haben die drei Gastronomen ihre Kneipe genannt, das symbolisiert einerseits etwas Münchnerisches und andererseits etwas Unbelehrbares. Nicht zu steif, zu szenig, zu anstrengend-expertisig soll es hier zugehen. Dabei hilft schon die Lage, an der Schwanthalerstraße, gegenüber liegt das Café Marais, das Herz des Westends sozusagen. An lauen Abenden stehen die Leute hier mit ihrem Bier auf der Straße, am vergangenen Wochenende, als der Schwarze Dackel seine Eröffnung feierte, kamen zeitweise die Autos kaum durch.

Vieles aus der Boazn ist erhalten geblieben, der zackig in den Raum hineinragende Tresen etwa. Die Betreiber haben ihn mit Autolack angesprüht, was ihm ein Glitzern verleiht, auf dem Boden noch die alten braunen 60er-Jahre-Fliesen. Neben dem dunkelblauen Vorderzimmer gibt es hinten einen zweiten Raum, der sich für Partygesellschaften eignet. Und zwischen beiden steht ein langes Shuffleboard, auf dem sich eine Art Curling oder Eisstockschießen spielen lässt.

Ein paar Sitzgelegenheiten gibt es auch, und es herrscht kein Tanzverbot. Es kann mal ein DJ vom Internet-Sender Radio80000 spielen wie bei der Eröffnung. Und mal eine Blaskapelle. Spaß machen soll es eben, nicht langweilig sein. Aus vier Zapfhähnen kommt Bier vom Fass, Helles von Maxlrainer (Halbe 3,60 Euro), Dunkles, Pilsner Urquell und ein Hahn für wechselndes Craft Beer. Die Getränke stehen auf Bierdeckeln, die nur gemein haben, dass sie eine Dackelzeichnung ziert – verschiedene Künstler und Designer haben der neuen Bar jeweils eine kleine Kritzelei zum Thema geschenkt.

Bei aller Bodenständigkeit sollen aber die Fachkenntnisse der Inhaber nicht verschenkt sein. David Metz und Pawel Szczypinski haben im Kismet und Kiss gearbeitet, und David Walker stellte einst den legendären Club Registratur auf die Beine.

Es gibt hier also auch wechselnde Cocktails, “nicht mit zehntausend Zutaten, aber sehr pointiert”, sagt Pawel Szczypinski. Ein “Pancake Sour” zum Beispiel mit Whisky, Ahornsirup, Eiweiß und Blaubeeren oder ein noch namenloser Cocktail mit weißem Rum, Ayran, Salbei, Zitrone und Zucker (Cocktails 9,50 Euro).



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