Hier gibt es Tapas auf Bayerisch

45 bis 50 verschiedene Weinsorten bietet das “Dios Minga”. Dazu werden traditionelle Tapas serviert – und Spezialitäten wie Weißwurst-Carpaccio oder Ochsenbackerl.

Ein bisschen klingt das ja wie ein spanisches Schimpfwort: Dios Minga! Oder wie eine freundliche Begrüßung. Auf jeden Fall weiß man gleich, worum es geht: um eine Mischung aus Bayerisch und Iberisch, denn sowohl auf der Speise- wie auch auf der Getränkekarte haben Spanien und Portugal deutliche Spuren hinterlassen. Und dann, sagen die beiden Betreiber, haben sie ein Faible für diese zwei Länder. Nicht nur, weil Alex Müller und Andi Rupp oft dort Urlaub machen. Rupp sagt, er sei zur Hälfte Brasilianer, schon von daher sei er mit dem Portugiesischen vertraut.

So lag es also nahe, zusammen eine Art bayerische Tapasbar aufzumachen, in der es vorrangig Wein zu trinken gibt. Als im vergangenen Jahr das französische Restaurant Rive Gauche an der Thalkirchner Straße zusperrte, standen Müller und Rupp bei den Hauseigentümern auf der Matte. Und bekamen prompt den Zuschlag.

“Wir wollten in Richtung Ethno-Bohemian gehen”, sagt Rupp, “wir haben den Granit an der Wand gelassen, frisch geweißelt und eigentlich gar nicht viel verändert.” Gut, die Theke ist jetzt mit großen spanischen Kacheln verziert, über der Bar hängen zwei Serrano-Schinkenkeulen, und die Tische wurden abgeschliffen, so dass man jetzt das schöne, helle Holz sieht.

Das Publikum im Dios Minga ist ein bisschen gesetzter als in anderen Bars an der Thalkirchner Straße, die an dieser Ecke gerne mal leicht angeranzten Berliner Hipster-Schick verströmen will. “So ab 25 aufwärts”, sagt Rupp. Das hängt sicher auch damit zusammen, dass Weine aus Spanien und Portugal zu den Schwerpunkten des Dios Minga zählen. Natürlich gibt es auch Cocktails und Bier – Hacker, Paulaner Weißbier, und Moritz-Cerveza aus Barcelona -, aber auf ihre Weinauswahl sind die Burschen von Dios Minga besonders stolz. Zwischen 45 und 50 Weine sind immer auf der Karte, darunter sind auch deutsche und österreichische. Gut zwei Drittel davon gibt es offen. “Man muss zum Probieren also nicht gleich eine ganze Flasche kaufen”, sagt Rupp, “außerdem beraten wir gerne.”

Und die Tapas? Bestehen zum Beispiel aus Ceviche, also mittels Limettensaft gegartem Fisch, einem Weißwurst-Carpaccio, diversen hausgemachten Aufstrichen (auf der Karte “elegante Schmiererei” genannt), Ochsenbackerl oder auch galizischen Muscheln auf bayerischem Wurzelgemüse. Echte Schmankerl, sozusagen, auch wenn Traditionalisten dazu vielleicht eher ein herzhaftes: “Sakradios!” rausrutscht.