Veganes Lokal "Cafe Ignaz" in München, 2013, Catherina Hess / Catherina Hess

Hier werden nicht nur Vegetarier glücklich

Kuchen statt Salami: Im Café Ignaz in der Georgenstraße gibt es am Wochenende einen vegetarischen Brunch. Für eine Sache sollte man auf jeden Fall Platz lassen.

Seit mehr als 30 Jahren ist das Café Ignaz in der Georgenstraße für vegetarische und vegane Gerichte bekannt. Auch am Wochenende, wenn es zwischen 9 und 14 Uhr einen Brunch gibt, sucht man dort vergeblich nach Salami oder Schinken. Das Buffet ist der Traum vieler Vegetarier. Hier können sie einfach zugreifen, ohne das Essen vorher nach Fleischpartikeln durchsuchen zu müssen. Die Käseauswahl ist klein, auch Veganer sollen sich hier wohl fühlen. Das Besondere am vegetarischen Frühstück im Café Ignaz sind die vielen deftigen Salate, mit Kartoffeln oder Nudeln zum Beispiel. Sehr gut ist der Couscous-Salat mit frischer Minze. Dazu gibt es eingelegtes Gemüse und vegane Dips. Der Kellner weiß genau, was auf dem Buffet ohne tierische Zutaten zubereitet wurde.

Nicht vegan, aber ganz hervorragend ist das Rührei. Den knallgrünen Algensalat muss man allerdings mögen. Auch wer gerne süß frühstückt, wird im Café Ignaz glücklich. Es gibt Müsli, Joghurt und frisches Obst, das sich auf einer Etagere türmt. Teil des Brunchs sind auch Kuchen und Kaiserschmarrn, für den sollte man auf jeden Fall noch etwas Platz lassen. Spätestens beim Kaiserschmarrn dürfte nicht nur bei Vegetariern ein Brunch-Traum in Erfüllung gehen.

Ins Café Ignaz geht man zum Brunchen mit Freunden, auch größere Gruppen finden an den Tischen Platz. Das Publikum ist eher jung und der Frauenanteil hoch. Auch wenn viel los ist, ist die Bedienung freundlich und aufmerksam. Hier geht es recht entspannt zu, auch wenn am Buffet gelegentlich ein wenig Hektik aufkommt. In dem kleinen Café ist es eng, zwischen den Tischen ist nicht viel Platz. Vor dem Buffet bildet sich schon mal eine Schlange, bis man sich von jedem Salat etwas aufgetan hat. Dabei muss niemand befürchten, hungrig nach Hause gehen zu müssen. “Es wird immer wieder nachgelegt”, ruft der Kellner in den Raum. Man darf sich so oft und so viel nehmen, wie man möchte. Gegen 14 Uhr bittet der Kellner zur letzten Runde. Kurz darauf wird das Buffet abgeräumt.

Eine vegetarische Institution

11,90 Euro kostet der Brunch. Wer seine Kinder mitbringt, zahlt pro Kind bis zu zehn Jahren nochmal fünf Euro. Die Getränke sind nicht im Preis inbegriffen. Der frisch gepresste Orangensaft liegt bei 3,60 Euro (0,2 Liter). Ein Cappuccino kostet 2,90 Euro, man kann ihn auch mit Sojamilch bestellen. Gegen den Durst helfen Schorlen, es gibt sie zum Beispiel mit Apfel- und Holundersaft, ein großes Glas kostet vier Euro. Auf der Karte stehen verschiedene Frucht-Shakes, die man auch mit Butter- oder Kokosmilch bestellen kann. Die Shakes kosten etwa fünf Euro.

Das Café Ignaz ist in München längst so etwas wie eine vegetarische Institution. Die Einrichtung wirkt mit den gelben Wänden, den kleinen Tischlampen und den Plakaten, auf denen komplexe geometrische Formen wie Zykloide oder Kardioide erklärt werden, etwas verstaubt. Aber das macht nichts. Das Café Ignaz steht für Beständigkeit, es muss nicht auf jeden neuen Einrichtungstrend aufspringen. Hier geht es nicht darum, hip und trendy zu sein, sondern darum, gutes und solides vegetarisches Essen in entspannter Atmosphäre anzubieten. Einen besseren Ort für einen Brunch am Wochenende gibt es daher kaum. Bei schönem Wetter kann man auch draußen an den Biertischen unter der orangefarbenen Markise brunchen.

Nur eine Sache ist im Café Ignaz nicht ganz so entspannt: Wer für den Wochenend-Brunch sicher einen Tisch haben will, sollte einen Wecker stellen. Reservieren kann man nämlich nur am Morgen des Tages, an dem man kommen möchte.