Frühstück Café Ella im Lenbachhaus, Florian Peljak / Florian Peljak

Italienisch frühstücken mit Blick auf “Isar-Athen”

Im Café Ella können Besucher mit Blick auf die Propyläen am Königsplatz brunchen.

Die bekanntesten Propyläen stehen wohl in Athen, als Torbau der Akropolis. Vom fast 200 Meter hohen Felsen der Akropolis herunter strahlen sie Pracht aus. Ähnlich majestätisch gibt es sie auch in München. Nur dass die stadteigene Version der Propyläen sich in der flachen Maxvorstadt befindet – und gleich daneben das Café Ella. Die Propyläen können ein Grund sein, das Restaurant im Lenbachhaus zu besuchen, selbst wenn man nicht vorhat, eine Ausstellung der Städtischen Galerie anzusehen. Ein weiterer: Das Lokal bietet eine gute Frühstücksauswahl.

Was gibt es da und was kostet das?

Wochentags (außer montags, da ist Ruhetag) wird von 9 bis 11.30 Uhr Frühstück serviert, am Wochenende auch bis 12 Uhr. Das Ella hat sich nach eigener Aussage das Ziel gesetzt, die bayerische Sehnsucht nach Italien zu bedienen. Das geht bei der Karte los: Die sechs Eierspeisen, unter anderem pochierte Eier, tragen italienische Namen, und auch die Gewürze lassen die Nähe zu Italien erkennen: Basilikumzucker, Thymianhonig oder Limonenhollandaise sind da aufgelistet.

An das Omelett “Frittata Gamberini” (8,50 Euro) wird Minze getan und mit den eingestreuten Garnelen nicht gegeizt. Unter “Fresco” findet man auf der Karte ein Croissant mit hausgemachter Konfitüre (5 Euro), Quark mit frischen Beeren (6,50 Euro) und griechischen Joghurt mit verschiedenen Beigaben (6 Euro), unter “Dolce” selbst hergestellten Obstsalat (5,50 Euro), gratinierten Ziegenkäse (9,50 Euro) und Müsli mit Krokant (6,50 Euro).

Das “kleine” und das “große” Ella (7,50 und 13 Euro) schließlich bestehen, je nach Hunger, aus einer kleineren oder größeren Auswahl an italienischen Wurst-und Käsesorten sowie landestypischem Brot und einem Ei. Die Portionen sind großzügig; wer nicht schafft, alles aufzuessen, dem bietet der zuvorkommende Kellner an, den Rest zum Mitnehmen einzupacken. Das Ella hat innen etwa 100 Plätze, auf der Terrasse, die auch zu den Propyläen hinführt, können etwa 120 Gäste sitzen, und auch nur kurz etwas trinken. Der Cappuccino kostet 3,90 Euro, die Halbe vom Fass (König Ludwig) 4,40 Euro, und der Hugo (0,2 Liter) 8,50 Euro.

Wer geht da hin?

Studenten trifft man im Ella weniger. Aber man sieht: die Großmutter mit Enkel, den älteren Herrn, der bei Kaffee seine Zeitung liest – und Touristen, die das “Isar-Athen” entdecken wollen. Diesen Spitznamen erhielt der Königsplatz, der nach klassisch-griechischem Vorbild erbaut wurde, nämlich sehr schnell. Die Propyläen führen zu Münchens erster Prachtstraße, der Brienner Straße, und sollten von 1862 an das Reich Bayern unter König Ludwig I. repräsentieren.

Das Café Ella im Lenbachhaus-Anbau des britischen Architekten Sir Norman Foster dagegen wurde erst 2013 eröffnet: ein golden schimmernder Kubus, der auch innen minimalistisch ist. Im Ella verlässt man sich für die Atmosphäre auf dunkles Holz und Blumenschmuck auf den Zweier-Tischen. Übrigens: Vom expressionistischen Maler Wassily Kandinsky, von dem 2008 im Lenbachhaus eine Retrospektive gezeigt wurde, stammt indirekt der Name des Lokals: Der Künstler nannte seine Lebensgefährtin Gabriele Münter, die auch zur Münchner Gruppe “Der Blaue Reiter” gehörte, “Ella”.

Wie viel Zeit bringt man mit?

Unter der Woche lässt sich hier entspannt frühstücken, am Wochenende sollte man besser reservieren. Die Kellner bringen die Getränke schnell, geben Auskunft, wie lange ein bestelltes Gericht denn brauchen wird – und halten Wort. Das eingangs erwähnte Omelett zum Beispiel stand nach den versprochenen zehn Minuten auf dem Tisch.