Karibik am Baggersee

Wer seine Sehnsucht nach Strand bis zum nächsten Urlaub überbrücken will, sollte einen Ausflug zum Aschheimer See machen.

Der letzte Urlaub auf Mallorca ist schon wieder ewig her? Die nächtlichen Träume drehen sich aber beharrlich um weiße Sandstrände und kühle Cocktails? Die Sehnsucht ist kaum mehr auszuhalten? Dann sollte man zur Überbrückung dem Roberto Beach einen Besuch abstatten.

Das Lokal ist, wie der Name schon sagt, eine echte Strandbar – und zwar im Umland von München. Sie liegt zehn Kilometer östlich der Stadt am Aschheimer See. Das ist der Baggersee, auf dem die sportlichen Münchner dem Wasserskifahren – oder neudeutsch: Wakeboarden – nachgehen.

Das Ufer des Sees ist mit weißem, feinkörnigen Sand aufgeschüttet. Vereinzelt stehen einige Strohsonnenschirme und Palmen herum. Auf bunten Handtüchern räkeln sich grazile, tiefengebräunte Bikini-Schönheiten und tätowierte Beach-Boys – manche mit beeindruckendem Waschbrettbauch.

Wem das regelmäßige Wenden des glühenden Körpers in der Sonne zu anstrengend und das Beobachten der Wakeboarder mit der Zeit zu langweilig wird, steht zwischendurch mal auf und gönnt sich eine Erfrischung und einen Snack in der angrenzenden Roberto Beach Bar .

Dort sitzt man dann entweder weiterhin in der vom Himmel knallenden Sonne oder man begibt sich in den erholsamen Schatten unter einer Strohdachkonstruktion. Auf der Karte des Roberto Beach gibt es fast alles, was das Herz des Strandfans begehrt. Rindersteak, Pasta, Sandwiches – vom Snack bis zur großen Mahlzeit ist alles mögliche im Angebot. Wir wählen einen gemischten Salat mit Gambas (9,90 Euro), einen Chili- sowie einen Cheeseburger (jeweils 4,50 Euro). Dazu trinken wir eine erfrischende Johannisbeerschorle (3,50 Euro), wobei viele unserer Tischnachbarn sich ein Bier oder Prosecco auf Eis gönnen.

Das Publikum, das am Roberto Beach einkehrt, kommt entweder vom Sonnen am Sandstrand, vom Wakeboarden im See, vom Klettern im ebenfalls sich auf dem Gelände befindlichen Hochseilgarten oder vom Beachvolleyballspielen in der angrenzenden Anlage.

Wir warten indes ungeduldig auf unsere Burger. Getränke und Essen im Roberto Beach muss man an der Theke im Inneren bestellen und direkt zahlen, was dem Urlaubsfeeling ein wenig schadet. Wenn die Speisen fertig sind, werden sie von jungen Kellnerinnen in Hotpants zum Tisch gebracht. Mit unserer Bestellung sind wir im Großen und Ganzen sehr zufrieden. Der Salat ist frisch und knackig, die gegrillen Gambas sind saftig und schmecken gut. Die Burger sind groß und üppig belegt. Es sind nicht die besten Burger, die wir je gegessen haben, aber wir sitzen hier schließlich in einer Strandbar und nicht in einem Gourmetrestaurant. Von dem her sind wir rundum satt und glücklich, als wir fertig sind.

Manchmal gibt es am Roberto Beach Livebands oder DJs. Wer kein Auto hat, kann zum Aschheimer See auch radeln. Vom Marienplatz über Zamdorf und Dornach nach Aschheim braucht man etwa eine Stunde. Wer öffentlich fährt, nimmt die S2 Richtung Erding, steigt in Dornach aus und für das letzte Stück in den Reginalbus 263 ein.

Einen echten Strandurlaub kann ein Ausflug an den Roberto Beach zwar nicht ersetzen, aber ein bisschen karibisches Gefühl setzt nach einem Nachmittag am Aschheimer Strand doch ein. Urlaub für einen Tag. Besser, als gar nichts.