Kunst im Kammerl

Das Frida ist nichts für durchgestylte Szenegänger in Markenuniform. In der Bar in der Maxvorstadt gibt es verschiedene Biere, leckere Burger und wechselnde Ausstellungen in einem ehemaligen Raucherraum.

Ok, rauchen darf man im Frida schon lange nicht mehr. Auch nicht in Fridas Kammer, die eher ein Kammerl ist und weiland zu Münchens winzigsten Raucherräumen zählte. Aber die Qualmerei vermisst heutzutage ja nicht wirklich jemand. Schon gar nicht, weil das Räumchen in der kleinen Kneipe an der Steinheilstaße seit dem totalen Rauchverbot nun als Münchens wahrscheinlich kleinste Galerie fungiert.

Wechselnde Ausstellungen mit Bildern und Installationen von verschiedenen Künstlern sind in dem kleinen Holzverschlag gleich links vom Eingang des Lokals zu sehen. Derzeit fungiert der Miniraum als “Fridas Trinkhalle” – und wer sich dort auf einer Bierbank niederlässt, kann quasi seinen Genuss zur Kunst erklären. Ein besserer Grund zu trinken wird sich kaum finden lassen, da schmeckt einem sogar die Schaufelhalbe, die im (es geht auch: in der) Frida für 3,60 Euro zu haben ist.

Als Alternative zum Spaten-Hellen vom Fass gibt es Löwenbräu Urtyp aus der Flasche (0,33 Liter für 2,90 Euro) oder Becks (0,33 für 3,10 Euro) oder eine kleine und günstige Weinauswahl zu der gut ausgesuchte spanische Hausweine gehören, zum Beispiel ein junger, fruchtiger Tempranillo für 7,50 Euro je halbem Liter – kein Spitzenwein, aber auch nicht der Kopfwehplempel, den sie in vielen Bierlokalen ausschenken. Und wer es prickelnd mag, bestellt sich eine Flasche Cava für 18 Euro (0,75 Liter).

“Zweite Heimat” steht als Unterzeile auf dem Kneipenschild. In der Tat fühlen sich im gedämpften Licht des gemütlich mit Holztischen, Kunst und nettem Schnickschnack ausgestatteten Ladens die unterschiedlichsten Menschen zu Hause. Vornehmlich sind das natürlich Studenten, was nicht zuletzt den günstigen Preisen auf der Speisekarte zu verdanken ist. Aber auch ältere Semester fallen hier nicht weiter auf, ein Glück – diese Mischung macht den Laden sympathisch.

Zu den Essensklassikern im Frida (Küche bis 22.30 Uhr geöffnet) zählen die einfachen, aber guten Burger. Den “Frida-Burger” zum Beispiel, gibt es für 8,60 Euro. Dafür bekommt man mit 180 Gramm Rindfleisch eine zünftige Portion serviert, dazu Pommes oder Salat. Die vegetarische Alternative zum selben Preis ist der Falafel-Burger mit Hummus.

Überraschend und gut ist auch die abwechslungsreiche Wochenkarte, auf der mal spanische Tapas, mal indische oder mittelamerikanische Gerichte zu finden sind. Der Laden ist eher nichts für durchgestylte Szenegänger in Markenuniform, die sich am wohlsten fühlen unter ihresgleichen und möglichst coolem und abweisenden Personal.

Sie würden bestimmt nichts mit der zuweilen etwas direkten Art der Service-Leute anzufangen wissen. Auch nicht damit, dass schon mal ab und zu eine Bestellung vergessen wird. Der geneigte Gast sieht es den Mitarbeitern nach. Denn so willkommen wie hier fühlt man sich anderswo selten.