Schnaps mit Gummibärchen

Mit der anderen Helene, die derzeit in Deutschland Karriere macht, hat diese Helene in Schwabing rein gar nichts zu tun. Sie kommt eher rustikal-loungig daher.

Eine Bar im Jahr 2015 Helene zu nennen, führt natürlich gleich zu Assoziationen mit einer prominenten Schlagersängerin. Allerdings hat die Helene in Schwabing mit der anderen Helene überhaupt nichts zu tun, im Gegenteil, diese Schwabinger Helene ist sehr unschlagermäßig, wie sie seit einiger Zeit eher rustikal-loungig in der Occamstraße liegt, gegenüber vom “Vereinsheim”. Zur Schwabinger Kultinstitution fehlen ihr allerdings noch ein paar Jahre, Helene sprüht noch vor jugendlicher Energie.

Das bemerkt man zu allererst am eifrigen Personal, das im Minutentakt nachfragt, ob alles in Ordnung sei und am Ende Schnaps und Gummibärchen verteilt. So lässt sich ein lauer Sommerabend vor der Helene gut verbringen, durch die geöffnete Glasfassade ist das Drinnen mit dem Draußen schön verbunden und es dringt leise Musik auf die Occamstraße.

Helene ist eine “Schwester des Schmock”, wie es auf ihrer Website steht , eine Verwandte jenes köstlichen israelischen Restaurants in der Augustenstraße also, betrieben ebenfalls von Florian Gleibs und seinem Partner Andreas Buchwalsky. Daher ist die Erwartung ans Essen natürlich schon mal hoch. Die Erleichterung dann, als der “arabische Vorspeisenteller” serviert wird: Couscous, Dattel-Aprikosen-Bulgur, Falafel und Auberginensafta sind so lecker, dass man sich reinlegen will, zumindest aber noch eine zweite Portion nachbestellt.

Zu Trinken gibt es in der Helene dann eher Unaufwendiges, aber solide Zubereitetes und schön Präsentiertes: Aperol Sprizz (7 Euro), Hugo Nero mit Johannisbeersaft (7) und Klassiker wie Negroni (8,50) und Moscow Mule (8,50).

Drinnen ist alles schlicht gehalten, in braun und grau, karierte Servietten und ausgeschnitzte Herzchen in den Holzstühlen geben einen Hauch Hüttenromantik dazu. Den Köchen kann man beim Zubereiten der Speisen in der offenen Küche zusehen. Bei dieser angenehmen Mischung aus Essen, Trinken, Draußensitzen könnten es die Betreiber eigentlich belassen, doch sie haben noch viel vor: Im September eröffnet im Keller der Helene ein Club. Das entsprechende Schild leuchtet schon in verheißungsvollem Orange über dem Eingang neben der Bar.