Spicy Cocktails und Edelrost

Das Padres ist die wohl beste Adresse für Superbowl-Partys in der Stadt. Aber auch wer kein Interesse an Sport hat, ist dort gut aufgehoben. Das liegt nicht nur an den Drinks.

Es ist mutig, in Europa – zumal in einer vom Fußball beherrschten Stadt wie München – ein Lokal aufzumachen, das nach einem Baseball-Club benannt ist. Hat doch kaum einer Ahnung hier von dieser so typisch US-amerikanischen Sportart. Noch viel mutiger aber ist es, mit dem Namen der Bar eine Hommage an die San Diego Padres zu leisten. Der Baseball-Club aus Kalifornien gilt als einer der schlechtesten Vereine, die je in der Major League Baseball angetreten sind. Seltsame Referenzen sind das für eine Bar, die damit wirbt, sportliche Großereignisse auf Leinwand und Flatscreen zu übertragen.

Jetzt ist es aber so, dass das Padres in der Blumenstraße, gleich in der Nähe des Sendlinger Tors, natürlich weniger Baseball als eben doch Fußball zeigt – sei es Champions League oder Bundesliga. Und wenn es schon US-Sport sein muss, dann wird in der Bar einmal im Jahr die Super Bowl übertragen, das Finale der Meisterschaft im Football: Das Padres ist die wohl beste Adresse für Super-Bowl-Partys in der Stadt. Insofern ist der Name also nur Spielerei, und kein Programm, was übrigens auch für die Qualität der Drinks gilt: Auch wer überhaupt kein Interesse an Sport, dafür aber ein Faible für gute Cocktails hat, ist im Padres bestens aufgehoben.

Münchner Cocktail-Institution

Die Karte ist extrem umfangreich und reicht von Fizzy Cocktails über Spicy Cocktails bis hin zu Winter Specials, die auch in diesen kalten Frühlingstagen noch gut tun. Unter anderem der Singapore Sling (Gin, Cherry Brandy, Lemonjuice, Rose’s Lime, Soda, Bitters) für 8,50 Euro, oder auch der Grapeyard (Absolut Ruby Red, Triple Sec, Lemonjuice, Rose’s Grapefruitjuice, Ginger) für 9 Euro zeigen dem Gast, dass das Padres eine der besten Adressen für Cocktails in der Stadt ist. Während der Happy Hour zwischen 19 Uhr und 21 Uhr kosten die meisten Cocktails 5,50 Euro.

Seit 1991 ist das Padres eine Cocktail-Institution in München, damals eröffnete die Bar. Der Gastraum ist geformt wie ein langer Schlauch: Nach dem Eingang kommt die Bar mit ganz vielen Hockern. Dann der Käfig, hinter dem der DJ auflegt, davor ist eine kleine Tanzfläche freigehalten. Und dann gibt es noch eine kleine Sitzecke. Das Padres hat es nicht nötig, hier eine Stelle Beton herausschauen zu lassen und dort ein Vintage-Möbel hinzustellen. Die Bar hat in ihren mehr als 20 Jahren genug Patina angelegt, um zum Inventar der Stadt zu gehören. Das goutieren die Gäste, von denen viele seit Langen Stammgäste sind – weshalb hier nicht ganz junge Gäste zu finden sind.