Nach einem langen Umbau kann man jetzt wieder Cocktails schlürfen im Tijuana, dazu gibt es klassische Texmex-Gerichte. (Foto: Stephan Rumpf)

Texmex an der Leo

Nach zweieinhalb Jahren hat das Tijuana im Schweinchenbau wieder geöffnet. Der Ausblick auf die Leopoldstraße bleibt hervorragend – und die Vergnügungssüchtigen lassen sich auch von Corona nicht abhalten.

Das Schöne am Großstadtleben ist, dass man gelegentlich Dinge hört, die man sich nicht vorstellen konnte. Etwa, dass man ein Lokal zweieinhalb Jahre lang umbauen kann. Geht aber! Das Tijuana im sogenannten Schweinchenbau der Uni an der Leopoldstraße 13 beweist es. Seit Donnerstag hat es wieder auf, und Wirt Frank Mansory erklärt, warum das alles so elend lang gedauert hat: "Wir brauchten eine Baugenehmigung für die Terrasse." 2011 hatte er das Lokal übernommen, die verschiedenen Zeltaufbauten vor dem Lokal hatten die Vorgänger hingestellt, sagt er.

Fatalerweise als Schwarzbauten, wie sich herausstellte, und deshalb ließ die Stadt sie entfernen. Mansory machte nun Nägel mit Köpfen, beauftragte Architekten, stellte einen Bauantrag – und kaum zweieinhalb Jahre später steht da nun eine Hightech-Terrasse mit Windschutz, aufgeteilt auf zwei dynamische Dreiecke (wegen der Feuerwehrzufahrt zum Uni-Gebäude). Drinnen hat man ebenfalls komplett umgebaut, mit Naturholz und Stofftapeten, teuren Keramikfliesen und Schieferstein.

Das Wichtigste aber: Man hat besten Ausblick auf die Flaniermeile Leopoldstraße und wird selbst auch noch gesehen. Das ist hier wichtig. "Unser Publikum beginnt so um die 20", sagt Mansory, "viele Gäste kommen auch von außerhalb." Eine schöne Umschreibung dafür, dass "die Leo", wie Insider lässig sagen, seit jeher eine beliebte Ausflugsmeile für junge Menschen aus den nördlichen Landkreisen von Dachau bis Erding ist.

Die Bar beim tiefergelegten U-Bahn-Eingang Giselastraße hat coronabedingt noch geschlossen, aber Cocktails gibt es natürlich auch oben im Restaurant und auf der Terrasse. Die Speisekarte ist üppig gefüllt mit klassischen Gerichten der Texmex-Küche sowie Steaks und Burger von durchaus tadelloser Qualität und zu zivilen Preisen, wenn die Stichprobe nicht täuscht.

Frank Mansory, der noch zwei griechische Lokale in Tutzing und im Deutschen Theater hat, hofft nun, dass trotz Corona wieder viele Gäste kommen. "Schon klar, die besten Zeiten haben wir erst mal hinter uns." Der Eröffnungsabend aber dürfte ihn hoffnungsfroh gestimmt haben. Dicht an dicht, das geht jetzt nicht mehr, aber jung und schön und vergnügungssüchtig nach wie vor. Man kann also davon ausgehen, dass das Tijuana schon wieder seine Stammgäste finden wird. Und das alles auch noch in einwandfreiem Genehmigungszustand.

Adresse: Leopoldstraße 13, 80802 München, Öffnungszeiten: Täglich 17 bis 1 Uhr, Freitag und Samstag bis 3 Uhr, www.facebook.com/tijuanabarmuenchen