Tiefenentspannt in der Maxvorstadt

Im Picnic in der Barer Straße gibt es asiatisches Essen, veganen Lassi und Sommerdrinks in interessanten Variationen

Von außen wirkt das Picnic wie eine dieser Bars, die clean sind, in denen man sich aber wohlfühlt. Waschbeton und Kreideschrift auf schwarzem Stahl, Holzstühle, die an längst vergangene Schulzeiten erinnern und Vintage-Hocker vor der Tür. Neu ist diese Kombination nicht. Aber sie funktioniert. Die Details machen im Picnic den Unterschied zu all den anderen Beton-Look-Bars. Über den Toilettentüren hängt schief eine Kruzifix-Figur. Rotes und blaues Licht weisen die richtige Tür. Daneben an der Wand hängen rote, comicartige Magnete für Männer, für Frauen – und für den Koch. Am Zugang zur offenen Küche klebt ein Männchen mit Reisbauern-Hut.

Das Picnic ist einerseits eine Tagesbar mit frisch gepressten Säften, Kaffee, Tee und Wraps oder Currys. Die Pinakotheken liegen ums Eck, die Unis sind nicht fern, ein Teil des Geschäfts läuft über Take-away. Abends dann liegt der Schwerpunkt auf dem Restaurant-Betrieb und bei alkoholischen Getränken. Auf den Tischen stehen dann Weine (0,1 Liter für 2,20 Euro bis 4 Euro) und die üblichen Sommerdrinks. Aber auch da soll’s im Picnic anders sein. Im Hugo Negro ist schwarzer Hollersirup, der Spritz-Picnic schmeckt wie eine Mischung aus Lillet Rosé und Spritz (5,90 Euro). Am interessantesten ist aber der Mondino Ginger, leicht bitterer Kräuter-Likör aus dem Chiemgau mit Ginger Ale und Ingwer (5,90 Euro). Nach den üppigen Currys tut der herbe Geschmack gut. Wer noch Appetit auf Nachtisch hat, sollte den veganen Mango-Lassi (3,20 Euro) probieren. Er schmeckt nach Kokos und ist cremig wie Pudding.

Asiatische Speisen wie indisches Dal, Currys oder Momos, die gefüllten Teigtaschen, gibt es in vielen Variationen. Die Basis ist meist vegan, mindestens aber vegetarisch. Wer Fleisch will, bekommt bio. Picnic-Chef Markus Härle möchte nicht dogmatisch rein vegan kochen, sondern für alle etwas anbieten, sagt er. Wichtig sei ihm, Bewusstsein zu schaffen für vernünftigen Umgang mit Umwelt und Ressourcen. Inspiration für seine Bar fand der 48-Jährige auf Asienreisen, wo die Menschen aus einfachen Zutaten mit Gewürzen viel machen und zudem auch noch gesünder seien. Ein wenig dieses asiatischen Zen-Spirits spürt man sogar in der Bar: Die tibetischen Köche werden in ihrer Muttersprache begrüßt. Selbst bei einer sehr ungeduldigen Dinner-Abholerin, die einen kurz an böse Maxvorstadt-Klischees denken lässt, bleibt der Kellner tiefenentspannt.

Designt hat der gelernte Grafiker Markus Härle seinen Laden selbst. Seit gut einem Jahr gibt es das Picnic, bis 2013 führte Härle das Pavesi-Picnic in der Türkenstraße. Das Konzept scheint aufzugehen: In wenigen Wochen will er neben seiner Bar einen gesunden Schnellimbiss eröffnen und das Picnic als Bar nur noch abends und dafür länger öffnen. Anna Günther



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