Im Hinterhof sitzt es sich entspannt, fast wie im Grünen - nur mit Bedienung und guter Versorgung. (Foto: Robert Haas)

Tradition mit sri-lankischem Einschlag

Mehr als 30 Jahre lang gibt es das Café im Hinterhof schon. Weißwürste gibt es hier zum Frühstück ebenso wie eine Spezialität aus dem Herkunftsland des Chefkochs.

Im Café im Hinterhof sitzen Schüler, deren Eltern vielleicht das erste Date an genau diesem Platz hatten, so lange gibt es das Lokal schon. Seit über 30 Jahren existiert es in der Sedanstraße. 1985 hat es sein Besitzer Jochen Oppermann eröffnet und führt es bis heute. Eine solche Kontinuität ist selten in der Stadt, sehr selten. Und so hat das Café im Hinterhof etwas zeitloses.

Seinem Namen entsprechend führt der Weg zum Café durch einen Hinterhof, worauf ein in Jugendstil-Tyopgraphie verfasstes Schild hinweist. Wechselnde Ausstellungen hängen an den Wänden des hell gestrichenen Lokals, die Möbel sind aus dunklem Holz. Ein Kaffeehauslook, der sich Trends mit einem müden Lächeln widersetzt. Im Hinterhof selbst befindet sich die kleine, grün umsäumte Terrasse. An Wochenenden empfiehlt sich hier eine Reservierung zum Frühstück.

Was gibt es hier und was kostet das?

Der Chefkoch des Cafés stammt aus Sri Lanka, weswegen sich öfter Currys auf der Tageskarte finden, samstags und sonntags steht auf der Frühstückskarte außerdem die Spezialität des Hauses: Pol Roti mit Sambal und exotischen Früchten (17,20 Euro). Pol Roti ist eine Art Fladenbrot mit Kokosnuss im Teig, leicht schmalzig, mit einem süßen Zwiebelchutney serviert und sehr frischem Obst dazu; einer Papya zum Beispiel, die so schmeckt, als wäre sie gerade vom Baum gefallen, und sehr saftiger Ananas.

Dass es sich teils um Flugobst handelt, erklärt vielleicht auch den für ein Frühstück recht sportlichen Preis. Auch zum Beispiel beim Müsli (8,80) wird an Obstauswahl nicht gegeizt, da ist bei weitem nicht nur ein Apfel hineingeschnippelt. Viele Sorten von Maracuja bis Ananas warten darauf, dass der extra servierte Joghurt, Kefir oder die Milch (je nach Wahl) darübergekippt wird.

Der Gast ordert sich entweder eine der fertigen Zusammenstellungen wie "Frühstück Hinterhof" mit Kaffee, Rührei und Bratkartoffeln mit Speck, Baguette, Butter und einem kleinen Glas frischem Orangensaft (14,80); dem Weißwurstfrühstück mit Weißbier (oder wahlweise auch Kaffee), zwei Weißwürsten, Brezn und süßem Senf (8,50) oder etwa einem französischem Frühstück mit Croissants und weiteren Zutaten, oder dem englischem Frühstück mit unter anderem Spiegeleiern mit Bacon, Grilltomate und Baked Beans, Baguette und Orangenmarmelade (13,50). Mindestens ein Getränk ist schon inkludiert. Wahlweise gibt es aber auch allerlei Extras, aus denen sich der Gast sein Frühstück selbst zusammenstellen kann.

Die Auswahl ist dabei eher klassisch gehalten, die Avocado-auf-Toast-Fraktion hat hier das Nachsehen. Aber mit sri-lankisch bis bayerisch ist eine gute Bandbreite an Frühstückswünschen abgedeckt.

Wer geht da hin und wie lange bleibt man?

Im Café treffen sich größere Runden zum ausgedehnten Frühstück, Pärchen kommen auf einen Kaffee, Weißwurst und Müsli vorbei, manch einer liest Zeitung. Sehen-und-gesehen-werden-Flair gibt es hier nicht, versteckte Hinterhofatmosphäre eben. Jede Altersgruppe ist vertreten, wie das oft der Fall ist bei Kaffeehausklassikern, ein angenehm gemischtes Publikum frequentiert das Café. Möge es noch die nächsten 30 Jahre so weitergehen.

Café im Hinterhof, Sedanstraße 29, 81667 München, Montag bis Samstag 8.30 Uhr bis 20 Uhr, Sonntag und Feiertag 9 Uhr bis 20 Uhr, https://hinterhofcafe.jimdofree.com/ , hinterhofcafe@gmx.de , 089/ 448 99 64



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