Und nach dem Frühstück bleibt man einfach da

Das Café Ruffini ist einer dieser Orte, an dem man Stunden verbringen könnte. Was nicht schlimm ist, denn hier gibt es nicht nur guten Kuchen.

Das Café Ruffini ist einer dieser Orte, an dem man Stunden verbringen könnte, vielleicht auch den ganzen Tag. Manche Cafés sind nur für einen Anlass das richtige – das eine für einen schnellen Espresso an der Theke, das andere für den Brunch am Holztisch, das dritte für ein Frühstück alleine. Im Ruffini aber ist es egal, wann und mit wem man durch die Türe tritt. Es passt.

Das Café ist schlicht, Holzstühle und Fliesen, kühl wirkt es nie. Vielleicht auch, weil sich viele hier kennen, das Ruffini führen 25 Gesellschafter, wie in einer italienischen Cooperativa und das schon seit den 70er Jahren. Auf der Dachterrasse sind am Wochenende oft alle Tische besetzt, unten im Café sowieso, manche lehnen dann draußen an den Fensterbrettern. Frühstückszeit ist am Wochenende von 10 bis 16 Uhr, doch es lohnt sich, sitzen zu bleiben. Denn das Ruffini serviert nicht nur gutes Frühstück. Sondern kocht auch sehr gute italienische Mahlzeiten.

Was gibt es da und wie viel kostet das?

Es gibt zunächst vier Frühstücke zur Auswahl, stets mit einem heißen Getränk. Zum Beispiel einen Kaffee mit Croissant, Butter und Konfitüre (6,40 Euro) oder einen Früchtetee mit zwei Rühreiern mit Schinken, Laugensemmel, Butter und Baguette (9,20 Euro). Wer sich eine schwer beladenen Étagère wünscht, ist hier falsch, denn das Frühstück ist genau wie das Café selbst: schlicht, aber gut.

Zu den jeweiligen Frühstücks kann man sich Extras bestellen, zum Beispiel ein Müsli mit Joghurt, Obst und Honig (6,20 Euro) oder Käsegebäck, selbst gemacht (3,60 Euro). Wer morgens gerne Kuchen auf dem Teller hat, dem bietet das Ruffini eine große Auswahl, in der eigenen Konditorei gebacken, von Zitronentarte bis Käsekuchen. Und für Zuhause kann man sich noch einen Kuchen mitnehmen, im eigenen Laden des Cafés, an der Ecke Orffstraße/Ruffinistraße.

Wer geht da hin?

Die Dame mit Stock genauso wie die drei Väter mit ihren Kindern oder die Lerngruppe “Einführungsvorlesung Neuere und Neueste Geschichte” mit ihren Büchern. Eine bestimmte Klientel lässt sich nicht festmachen, genau das ist das Schöne an diesem Café.

Wie viel Zeit bringt man mit?

Am besten viel. Nicht nur, weil die Zeit in diesem Café schnell vergeht, sondern auch weil es gerade am Wochenende manchmal ein wenig länger dauern kann bis der Kaffe am Tisch steht oder man überhaupt einen Tisch ergattert hat. Denn wer erst einmal sitzt, der sitzt. Manchmal Stunden.