Vor dem Anfang kommt ein Ende

Die Max-Emanuel-Brauerei ist geschlossen, wird ein gutes Jahr lang umfassend renoviert und bekommt dann einen neuen Pächter. Nicht nur in der Maxvorstadt, auch in der Isarvorstadt tut sich einiges.

Jedem Anfang wohnt nach Rilke ja ein Zauber inne, dieser (Jahres-)Anfang beginnt allerdings mit einigen Enden, bevor es wieder neu losgehen kann. Als zauberhaft werden zum Beispiel immer die sogenannten Weißen Feste in der Max-Emanuel-Brauerei an der Adalbertstraße beschrieben. Davon schwärmen alte Maxvorstädter bis heute, wenn sie von ihrer Jugend erzählen. Jetzt werden sie noch mehr davon schwärmen, denn die "Weißen Feste" – zur Faschingszeit durfte dort seit den Sechzigerjahren jeder mitfeiern, der ein irgendwie weißes Kostüm anhatte – sind erst einmal Geschichte. Die Max-Emanuel-Brauerei ist geschlossen, wird ein gutes Jahr lang umfassend renoviert und bekommt dann einen neuen Pächter. Wer das sein wird, ist noch nicht klar, Bewerber gibt es genug, sagt die Brauerei. Mit Fasching aber ist es heuer nichts dort, und auch für den Biergarten mit seinen 700 Plätzen sieht es schlecht aus. Angeblich sucht die Brauerei noch nach einer Übergangslösung für den Sommer, aber wahrscheinlich wird der Platz während des Umbaus gebraucht.

Nicht nur in der Maxvorstadt, auch in der Isarvorstadt tut sich einiges. In der Pestalozzistraße hat gerade das hübsche Bistro L'Amar zugemacht, bekannt für seine gute Weinauswahl und die kleine Speisekarte mit mediterranen Gerichten in Bio-Qualität. Das Tram-Café mit seinen Crêpes in allerlei Variationen hat sein Dauer-Depot in der Müllerstraße 46 verlassen und ist jetzt als Foodtruck in Gestalt eines Straßenbahnwaggons unterwegs. Und das vietnamesische Restaurant Monsoon in der Hans-Sachs-Straße ist seit kurzem ebenfalls geschlossen. Aber wie die Betreiber auf ihrer Homepage richtig feststellen: Es gibt ja gerade viele neue Vietnamesen in der Stadt. Vermutlich werden aber an allen drei Orten bald wieder neue Restaurants einziehen – falls sie sich die Mieten im gentrifizierten Glockenbachviertel leisten können.