Wein-Laden-Café-Bar

Eigentlich ist das Südhang in Sendling ein Weinladen. Doch das reicht den Betreibern nicht: Sie verwöhnen ihre Gäste auch mit Torten und selbstgemachtem Sushi.

Im Sommer bekommt die Himmelsausrichtung einer Bar eine entscheidende Bedeutung, zumindest in den frühen Abendstunden. Die neue Weinbar in Sendling wird ihrem Namen dabei durchaus gerecht. Das Südhang liegt in der Valleystraße, nicht nur schräg gegenüber vom Südbad, sondern auch in südlicher Ausrichtung. So sitzt man am späten Nachmittag draußen auf dem breiten Bürgersteig, lässt sich die Sonne ins Gesicht scheinen, ab und zu rumpelt ein Fahrrad oder Auto über das Kopfsteinpflaster und ansonsten blickt man in grüne Baumkronen. Eigentlich ist Südhang ein Weingeschäft, zumindest offiziell, doch die Betreiber haben auch eine Ausschanklizenz erhalten, und so stehen nicht nur draußen auf dem Bürgersteig Tische und Stühle, sondern auch drinnen zwischen den Weinregalen.

Zu essen gibt es eine ungewöhnliche Mischung: Kuchen, die von einer Konditormeisterin um die Ecke stammen. Daneben gibt es Gimbab-Rollen, koreanisches Sushi (4,50 Euro ohne Fleisch, 5,50 Euro mit Fleisch), das die Betreiberin Tina Ringshausen selbst herstellt, ebenso wie das Kimchi. Die Mutter der Münchnerin kommt aus Südkorea, von ihr hat sie gelernt, koreanisch zu kochen. Passend zum Wein gibt es noch den italienischen Vesper-Teller.

Zu trinken gibt es Weine und ein herbes Bier

Zu trinken empfehlen sich natürlich Weine (0,2 Liter ab 3,20 Euro), deutsch, österreichisch oder italienisch. Er fahre selbst zu den meisten Weingütern, um seine Einkäufe auszuwählen, sagt Südhang-Inhaber Florian Ringshausen. Und er habe 25 Biere durchprobiert, bis er sich für eines entschieden hat: Hacklberg (0,5 Liter 2,80), das aus einer Passauer Brauerei kommt und etwas herber ist – schließlich kommt Florian Ringshausen ursprünglich, bevor er vor 20 Jahren nach München zog, aus Norddeutschland. Und wenn schon keine steife Brise im südlichen München weht, dann sollte es doch wenigstens ein herbes Bier sein.

Eigentlich sind Tina und Florian Ringsberger vor acht Jahren in eine Wohngemeinschaft in die Valleystraße 42 gezogen, doch als nach und nach die Mitbewohner auszogen, haben sie überlegt, was sie mit der großen Wohnung, die bis vor an die Straße reicht, anstellen können. Zuerst haben sie ein Geschäft eröffnet und marokkanische Teppiche verkauft, dann kam das Weinregal in der Ecke hinzu und schließlich wollten immer mehr Kunden den Wein auch im Laden trinken. Also haben die beiden das Konzept wieder verändert und nun eine Wein-Laden-Café-Bar daraus gemacht.

Mit dem Südhang wird die Valleystraße noch belebter, an der gegenüberliegenden Ecke ist das Wirtshaus Valleys, einige Meter die Straße hinunter liegen das Café Dankl 32 und die beiden libanesischen Restaurants Manouche und Beirut Beirut. Noch hat der Südhang nur bis 20 Uhr geöffnet, die beiden Betreiber hoffen aber, dass sie künftig auch bis 22 Uhr Wein ausschenken dürfen. Dann ist die Sonne zwar auch im Sommer untergegangen, aber Wein schmeckt ja auch im Dunkeln – und zu allen Jahreszeiten.