Mini-Burger im Restaurant "Der kleine Flo". (Foto: Corinna Guthknecht)

Wo die kleinen Dinge zählen

Im Restaurant “Der kleine Flo” gibt es Burger im Miniformat – und das ganz im Stil der Instagram-Generation.

“Enjoy the little things”, steht in weißen Buchstaben an der schwarzen Wand. “Genieße die kleinen Dinge” ist in diesem Fall nicht metaphorisch gemeint: In dem Burgerladen “Der kleine Flo” gibt es nämlich Burger im Miniformat.

Sich selbst bezeichnet das Lokal als Burger-Tapas-Laden. Die Idee kam den Gründern Julia Bures und Florian Kantor nämlich in der spanischen Stadt Malaga, wo Bures 2012 ein Auslandssemester machte. Als sie dort, als Burgerfans, gemeinsam Tapas aßen, überlegten sie sich, dass man ja auch Burger im Miniformat anbieten könne. Fünf Jahre später gründeten die Betriebswirtin und der Koch dann gemeinsam den kleinen Flo in der Münchner Altstadt.

Einen spanischen Touch hat der Laden jedoch nicht, sondern ist eher an die Instagram-Generation angepasst. Es gibt eine Handyladestation, einige Teile der Wand sind weiß verkachelt, die anderen schwarz und wie eine Tafel beschrieben. Industrielampen und nackte Glühbirnen an langen Kabeln beleuchten die Holztische, -bänke und schwarzen Stühle. Hinter der Theke, komplett aus Holz, hängt eine schwarze Stecktafel, auf der das Kaffeeangebot mit etwas schrägen weißen Buchstaben aufgesteckt ist. Neben Espresso (ab 2,10 Euro), Cappuccino (3,20 Euro) und Americano (2,50 Euro) gibt es auch Filterkaffee (2,90 Euro).

Die Kellnerinnen, alle sehr freundlich, erkundigen sich als erstes, ob die Gäste mit dem Konzept vertraut sind. Wenn nicht, erklären sie geduldig, wie die Karte aufgebaut ist und wie der Bestellvorgang abläuft. Der Gast gibt hier nicht einfach seine Wünsche an die Bedienung weiter, sondern füllt einen kleinen Fragebogen aus, der auf dem Tisch liegt. Zunächst die Nummer und Anzahl der Miniburger, die man gern essen möchte, danach die gewünschte Beilage. Darf es noch eine Sauce sein? Wenn ja, dann ein Kreuzchen im dritten Teil. Zu guter letzt muss man sich noch entscheiden, ob man im Restaurant essen möchte oder die Miniburger mit zu sich nach Hause nimmt.

Wie schmecken die Burger?

Insgesamt 27 verschiedene Burger im Miniformat gibt es, mit Fleisch, vegetarisch oder vegan in vier verschiedenen Preiskategorien (zwischen 2,70 und 4,20 Euro). Darunter zum Beispiel das Ceasar Hendl, also mit Hühnerbrustfilet, knusprig gegrillter Parmesan und Cesarsauce (3,60 Euro) oder der Mozza Ox, also ein klassischer Burger mit Ochsenfrikadelle und Mozzarella, der auch ein bisschen angebraten ist. Das Fleisch ist auf den Punkt medium gegrillt, die Brötchen auf der Innenseite getoatest und ansonsten fluffig.

Mit zwischen den Brötchenhälften befinden sich noch die hausgemachten Saucen und Salat, Gurken, Tomaten. Die Burger werden serviert auf einem Holzbrett und sehen dabei nicht nur gut aus, sondern haben auch ein wunderbar intensiven Geschmack. Das liegt auch am Ochsenfleisch, wie Julia Bures erzählt. Das schmecke nämlich intensiver als Rind.

Das Ochsenfleisch für die Burgerpattys kommt nach Angaben des Restaurants von einem Familienbetrieb aus Pfaffenhofen an der Glonn, auch bei den anderen Lebensmitteln werde darauf Wert gelegt, dass sie soweit möglich aus der Nähe kommen. Wenn man will, kann man das sogar überprüfen: In dem Eingang zur Küche hängt keine Tür, man kann den Köchen also bei der Arbeit zuschauen.

Im Übrigen sind nicht nur die Burger im Miniformat. Auf den Tischen stehen kleine Pflänzchen, Messer und Gabel sind nur so groß wie Kuchenbesteck. Über dem türlosen Kücheneingang Küche steht weiß auf schwarz “Mini-Burger Factory”. Auch das Dessert (1,90 Euro) wird in kleinen Förmchen serviert. Die Himbeere, die das Crème brûlée, verziert, wirkt da schon fast monströs. Wer jetzt denkt, man sollte besser keine Crème brûlée in einem Burgerladen bestellen, hat in diesem Fall Unrecht: Sie besteht den Knacktest (Löffel auf Kruste).